Natriumhydrogencarbonat

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Strukturformel
Na+ Bild:Hydrogencarbonat.PNG
Allgemeines
Name Natriumhydrogencarbonat
Summenformel NaHCO3
Andere Namen (doppeltkohlensaures) Natron, Natriumbicarbonat, Bikarbonat, Backpulver
Kurzbeschreibung Weißes Pulver
CAS-Nummer 144-55-8
Sicherheitshinweise
R- und S-Sätze keine
LD50 (Oral, Ratte) 4220 mg·kg-1
Physikalische Eigenschaften
Aggregatzustand fest
Farbe farblos
Dichte 2,22 g·cm-3
Molmasse 84,01 g·mol-1
Schmelzpunkt 270 °C
Siedepunkt Zersetzung bei über 50 °C
Weitere Eigenschaften
Löslichkeit 95,5 g·L-1 (Wasser, 20 °C)
Gut löslich in Wasser
SI-Einheiten wurden wo möglich verwendet. Wenn nicht anders vermerkt wurden Normbedingungen benutzt.

Natriumhydrogencarbonat, chemisch NaHCO3, wird auch mit den Trivialnamen Natriumbicarbonat, Bikarbonat, doppeltkohlensaures Natron oder kurz Natron bezeichnet. Im Handel erhält man es unter der Bezeichnung „Kaiser-Natron“, „Speisesoda“ oder auch „Bullrichsalz®“. Es ist ein feines weißes Pulver und zersetzt sich oberhalb einer Temperatur von 65 °C unter Abspaltung von Wasser und Kohlendioxid zu Natriumcarbonat. Es ist ein Natriumsalz der Kohlensäure und hat eine Dichte von 2,159 g·cm-3.

Inhaltsverzeichnis

Verhalten

Mit Säuren reagiert es schäumend unter Bildung von Kohlendioxid und Wasser :

NaHCO3 + HCl → NaCl + CO2 + H2O

Diese Neutralisation (Abstumpfen) von Säuren hat Natriumhydrogenkarbonat als Mittel gegen Sodbrennen gebräuchlich gemacht.

Wegen der thermischen Zersetzung von Natriumhydrogencarbonat, einsetzend oberhalb von 50 °C, wird es seit langer Zeit in der Lebensmitteltechnik als Backtreibmittel (im Backpulver zusammen mit Natriumhydrogenphosphat) und als Feuerlöschpulver genutzt.

<math>\rm{\ \atop 2 \ NaHCO_3 }{W\ddot a rme \atop \longrightarrow} \rm {\ \atop Na_2CO_3 + CO_2 + H_2O}</math>

Vorkommen

Natriumhydrogencarbonat kommt als natürliches Mineral Nahcolith in den USA vor. Die Verschwisterung mit Ölschiefer verhinderte aber eine industrielle Nutzung.

Herstellung

Umsetzung von gereinigter Natriumkarbonatlösung mit Kohlendioxid unter Kühlung:

Na2CO3 + CO2 + H2O → 2 NaHCO3

Das durch Filtration gewonnene Natriumhydrogencarbonat muss vorsichtig getrocknet werden, damit es sich nicht wieder zersetzt.

Das als Zwischenprodukt im Solvay-Verfahren anfallende Natriumhydrogencarbonat wird wegen der Verunreinigungen normalerweise nicht verwandt.

Verwendung

  • In der Medizin
  • Bestandteil von Feuerlöschpulvern
  • Zum Strecken von synthetischen Drogen wie Amphetamin
  • Im Haushalt zum Enthärten von Wasser (beispielsweise um Tee oder Kaffee zu kochen)
  • Im Haushalt zum Vernichten von Ameisen
  • Im Haushalt als "Pottasche": indem man die Kruste auf dem Topfboden mit 1Eßl. Natron (Pottasche) überpudert, das ganze über Nacht stehen läßt und am folgenden Morgen mit 1 Tasse Wasser aufkocht, kann man selbst sehr hartnäckige und Scheuermilchpflichtige Verkrustungen lösen. Sie lösen sich in großen Flocken vom Topfboden. Gut geeignet für Edelstahl und Emailletöpfe!
  • Eine Prise Natron im Kochwasser lässt Erbsen, Linsen und Bohnen schneller weich werden.

Bei der Zugabe von Natriumhydrogencarbonat, werden aus hartem Wasser Calcium- und Magnesium-Ionen als Carbonate ausgefällt:

Ca2+ + 2 OH- + NaHCO3 → CaCO3 + Na+ + OH- + H2O

Das weichere Wasser kann man dann nach Bodensatzbildung durch Abgießen, oder bereits vorher durch Filtrieren, von den Carbonaten trennen.

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