Bern

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Bild:Disambig-grau.png Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen siehe unter Bern (Begriffsklärung).
Wappen
Basisdaten
Kanton: Bern
Bezirk: Bern
BFS-Nr.: 0351
PLZ: 3000-3050
Koordinaten: 46° 57' n. Br.
7° 25' ö. L.
Höhe: 542 m ü. M.
Fläche: 51.60 km²
Einwohner: 127'217 (31. August 2005)
Website: www.bern.ch
Karte

Bern (Berndeutsch (Ortssprache): Bärn; Französisch: Berne; Italienisch: Berna; Rätoromanisch: Berna) ist der Hauptort des Amtsbezirks Bern, die Hauptstadt des Kantons Bern und Bundesstadt der Schweiz (siehe auch Hauptstadtfrage der Schweiz). Die Altstadt ist ein UNESCO-Weltkulturerbe.

Bern ist auch UN-Stadt (Sitz des Weltpostvereins).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Stadt Bern ist um eine Schlaufe des Flusses Aare angelegt. Das Siedlungsgebiet ist umgeben von grösseren Waldgebieten und von Hügeln. Die Altstadt und das Zentrum der Stadt liegen höhergelegen in einer engen Flussschlaufe. Der Fluss trennt den Stadtkern gegen Norden, Osten und Süden von den Aussenquartieren ab. Im Norden stossen die Quartiere Breitenrain und Lorraine ans Zentrum, im Osten die Schosshalde und im Süden das Kirchenfeld. Über Hochbrücken (Kornhausbrücke, Nydeggbrücke und Kirchenfeldbrücke) sind diese Quartiere erreichbar. Im Westen grenzen Bümpliz und Bethlehem an das Zentrum.
siehe auch Stadtteile der Stadt Bern

Um die Kernstadt Bern gruppieren sich eine Vielzahl von Agglomerationsgemeinden (Köniz, Muri, Ostermundigen, Ittigen, Bolligen, Zollikofen), womit eine Agglomeration mit ca. 300'000 Einwohnern entsteht.

Die Alte Sternwarte (heute abgerissen und durch das Institut für exakte Wissenschaften ersetzt) bildet das historische Zentrum der Landesvermessung der Schweiz und trägt die Schweizer Landeskoordinaten 600'000/200'000.

Bevölkerung

Im August 2005 bewohnten 127'217 Einwohner die Stadt, davon waren 26'836 oder 21.1% ausländische Staatsangehörige. Stadtpräsident ist Alexander Tschäppät (Sozialdemokrat).

Sprachen

Die Behörden- und Schriftsprache ist Deutsch.

Gesprochen wird Berndeutsch, die lokale Variante der schweizerdeutschen Mundart.

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeichnete sich Bern durch eine starke soziale Sprachgliederung aus: Die patrizische Oberschicht sprach das gehobene Patrizier-Berndeutsch, die alteingesessene Bürgerschaft das altertümliche Stadtberndeutsch, die Unterschicht im Mattequartier das sogenannte Mattenenglisch und die neu zugewanderten sprachen Landberndeutsch.

Religionen - Konfessionen

Evangelisch-reformiert 64%, römisch-katholisch 27%. Bern ist Sitz des christkatholischen Bischofs der Schweiz.

Geschichte

Nach ersten Siedlungen auf der Engehalbinsel in der La-Tène-Zeit und der gallorömischen Epoche wurde die heutige Stadt 1191 von Herzog Berchthold V. von Zähringen gegründet. Laut einer Sage nannte er die Stadt Bern, weil er dort einen Bären getötet habe. Berchthold V. baute die Stadt nach einem klaren Plan: Sie wurde auf einer Schlaufe der Aare errichtet, so dass sie auf drei Seiten auf eine natürliche Weise geschützt war. Auf der vierten Seite wurden eine Mauer und ein Wehrturm errichtet. Die geschützte Lage ermöglichte ein rasches Wachstum der Stadt in Richtung Westen: Der Wehrturm am westlichen Ende war bis 1256 der Zytgloggeturm (Zeitglockenturm), gefolgt vom Käfigturm bis 1345 und vom Christoffelturm bis 1622. Dieser stand in der Nähe des heutigen Hauptbahnhofs und wurde 1865 abgerissen. Während des Dreissigjährigen Krieges wurden zwei zusätzliche Schutzanlagen errichtet, die so genannten Schanzen. Das auf diese Weise geschützte Gebiet war gross genug für die Stadt bis ins 19. Jahrhundert.

Nach dem Aussterben der Zähringer (1218) wurde Bern Freie Reichsstadt. Seine endgültige Unabhängigkeit erreichte es mit Siegen in der Schlacht am Dornbühl (1298 über Freiburg und die Habsburger) und dann im Laupenkrieg (1339) über die Burgunder. In dieser zweiten Schlacht wurde es unterstützt von den drei Waldstätten, mit denen es sich 1323 verbündet hatte.

1353 trat Bern als achter Ort dem Bund der Innerschweizer Waldstätten bei und verhalf so der jungen Eidgenossenschaft zu einem wesentlich erweiterten Einflussgebiet. Nach dem Brand von 1405 erfolgte der Wiederaufbau in Sandstein. Das damals entstandene mittelalterliche Stadtbild ist heute noch weitgehend unverändert erhalten.

1848 wurde Bern durch die erste Eidgenössische Bundesversammlung zum Sitz der Bundesbehörden bestimmt.

Siehe auch: Geschichte des Kantons Bern

Verkehr

Strassenverkehr

Bern ist über eine Reihe von Autobahnen (A1, A12, A6) dicht vernetzt mit den benachbarten Städten.

Öffentlicher Verkehr

Das Verkehrsnetz von BERNMOBIL umfasst 3 Tram-Linien sowie mehrere Trolleybus- und Buslinien, wobei die meisten das Stadtzentrum mit den Aussenbezirken und Vororten verbinden. Der Grossteil des zentrumnahen Verkehrs wird von BERNMOBIL abgewickelt. Der Busverkehr in die weitere Agglomeration wird von den Postautobetrieben und vom Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) abgedeckt. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2004 hat sich BERNMOBIL dem Verkehrsverbund Libero angeschlossen, welcher sich über die Städte Bern und Solothurn sowie das Emmental erstreckt.

Die Berner S-Bahn verbindet die Stadt mit der weiteren Agglomeration. Das S-Bahnnetz umfasst eine Anzahl Linien, die die Stadt mit Thun, dem Emmental, Biel, Solothurn, Neuenburg, Freiburg und Schwarzenburg verbinden. Die S-Bahn wird von der BLS Lötschbergbahn, der Regionalverkehr Mittelland AG (RM) und dem Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) betrieben.

Die Fernverkehrszüge der SBB und der BLS bedienen den Hauptbahnhof von Bern, der auch Knotenpunkt für das S-Bahn-Netz ist. Von hier aus verkehren die Züge mit nationalen Destinationen (wie Zürich, Basel, Luzern, Lausanne, Genf und Brig). Auch die internationalen Züge nach Deutschland (u.a. ein ICE), Frankreich (TGV), Italien (u.a. Pendolino) und Spanien (Talgo) fahren am Hauptbahnhof ab.

In Bezug auf das Verkehrsaufkommen ist der Hauptbahnhof Bern nach Zürich der zweitgrösste Bahnhof der Schweiz. Unter dem Bahnhof befindet sich die unterirdische Endstation der schmalspurigen RBS.

Erwähnenswert ist die Marzilibahn, welche vom Aare-Ufer hinauf zum Bundeshaus führt. Mit einer Länge von 105 Metern ist sie die kürzeste Standseilbahn in Europa.

Eine weitere Standseilbahn, die Gurtenbahn, führt vom Vorort Wabern auf den Berner Hausberg, den 858 Meter hohen Gurten (bekannt für das Gurtenfestival).

Ein weiteres Kuriosum ist das so genannte Senkeltram, das eigentlich ein Lift ist, der das tiefer gelegene Mattequartier mit der Altstadt verbindet.

Flugverkehr

Ein paar Kilometer südlich der Stadt befindet sich der Flughafen Bern-Belp.

Wirtschaft und Wissenschaft

Wirtschaft

Die Stadt Bern ist eines der Zentren des Wirtschaftsraums Espace Mittelland, der eine Region bestehend aus den Kantonen Bern, Solothurn, Freiburg, Neuenburg, Jura, Waadt und Wallis umfasst (ca. 2.5 Mio. Einwohner und ca. 900'000 Arbeitsplätze).

Die wichtigsten Branchen im Wirtschaftsraum Bern sind

  • Telekommunikation
Traditionell stark ist die Telekommunikationsbranche. Bekannteste Vertreter sind Swisscom (ehemaliger staatlicher Monopolanbieter für Telefoniedienstleistungen, heute privatisiert) und Ascom (Telekommunikationsausrüster).
  • Transportwesen
Mit den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und der Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn (BLS) haben die beiden grössten Eisenbahngesellschaften der Schweiz ihren Hauptsitz in Bern.
  • Gesundheits- und Pharmabranche
Eine Schwerpunktbranche in Bern ist die Gesundheits- und Pharmabranche. Die wichtigsten Unternehmen in diesem Bereich sind das Inselspital, Berna Biotech, Galenica und ZLB Behring AG.
  • Öffentliche Dienstleister
Die Post mit einem breit gefächerten Angebot im Bereich Brief- und Paketpost, Finanzdienstleistungen und Transportwesen (Postauto) hat als grösster öffentlicher Dienstleister in der Schweiz ihren Hauptsitz in Bern.
  • Verwaltung
In der Stadt Bern sind wesentliche Teile der Verwaltungen von Eidgenossenschaft, Kanton und Stadt Bern angesiedelt. Somit ist Bern das grösste Verwaltungszentrum der Schweiz.

Wissenschaft und Bildung

In Bern befindet sich eine Vielzahl von Bildungsinstituten. Nachstehend sind die wichtigsten aufgezählt:

  • Pädagogische Hochschule Bern [1]
  • Berner Fachhochschule [2]
Bei der Berner Fachhochschule sind etwa 5000 Studierende eingeschrieben. Die Fachhochschule besteht aus den folgenden Einheiten:
  • Hochschule für Technik und Informatik
  • Hochschule für Architektur, Bau und Holz [3]
  • Hochschule für Wirtschaft, Verwaltung und Soziale Arbeit
  • Hochschule der Künste Bern
  • Hochschule für Landwirtschaft
  • Hochschule für Sport
  • Berufsschulen
Weiter ist eine Vielzahl von Berufsschulen vertreten, wie etwa
  • Gewerblich-Industrielle Berufsschule Bern [4]
  • Schule für Gestaltung Bern [5]
  • Wirtschafts- und Kaderschule KV Bern [6]
  • Berufsschule für Verwaltung Bern [7]
  • BFF BERN, Berufs,- Fach- und Fortbildungsschule [8]
  • Lehrwerkstätten der Stadt Bern [9]
  • Berufsschule für Pflege Am Altenberg [10]
  • Hotel Handelsschulen [11]
  • Wirtschaftsmittelschule Bern [12]


  • Weitere Schulen
  • Konservatorium Bern [13]

Sehenswürdigkeiten

Bild:Bern Zeitglockenturm um 1900.jpeg

Für besondere Verdienste um den Ortsbildschutz erhielt Bern vom Schweizer Heimatschutz im Jahre 1997 den Wakkerpreis.

Kirchen

Schlösser

Denkmäler

Friedhöfe

Kultur

Theater

Konzerte

Museen


Festivals

  • Gurtenfestival
Mitte Juli findet auf dem Berner Hausberg Gurten das Gurtenfestival statt, bei dem zehntausende von Besuchern mit der Gurtenbahn auf den Berg befördert werden. Das Festival, bei dem internationale Musikstars auftreten, zählt zu den grössten der Schweiz.

Volksfeste

Jährlich, am vierten Montag im November, findet in Bern der "Zibelemärit" (Zwiebel-Markt) statt, bei dem traditionsweise vor allem Zwiebeln verkauft werden. Durch Besucher der ganzen Schweiz und dem nahen Ausland, welche schon in den frühesten Morgenstunden anreisen und einer ausgelassenen Stimmung durch Konfetti und Plastik-Hämmerchen, die Kindern den Erwachsenen auf den Kopf schlagen, erhält der Zibelemärit den Charakter eines Volksfests.
Seit 1996 findet jeweils am Nationalfeiertag (am 1. August) in der Stadt Bern das Aareleuchten-Fest statt, welches vom Schweizer Hilfswerk SWISSAID organisiert wird. Dabei wird die Aare mit Lichtschiffchen erleuchtet, nach dem Vorbild von hinduistischen und buddhistischen Licht- und Wasserfesten.

Sport

Fussball

Der Fussballclub BSC Young Boys, kurz YB, spielt in der höchsten schweizerischen Liga. Das Wankdorfstadion wurde im Sommer 2005 nach dem Neubau als Stade de Suisse neu eröffnet. Das Wankdorfstadion war Austragungsort des Finales der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 (4. Juli 1954) das Deutschland mit 3:2 gegen Ungarn gewann (das „Wunder von Bern“).

Eishockey

Der SC Bern spielt in der höchsten Eishockeyliga der Schweiz in der Bern-Arena (ehemals Allmend-Stadion). Europaweit hat der SCB bei Heimspielen den höchsten Zuschauerdurchschnitt. Die Bern-Arena ist nach der Köln-Arena das zweit grösste Eishockey-Stadion Europas.

Bekannte Berner Persönlichkeiten

(in alphabetischer Reihenfolge)

Söhne und Töchter der Stadt

Siehe auch: Kategorie:Berner

Weblinks

Bild:Commons-logo.svg WikiCommons: Bern – Bilder, Videos oder Audiodateien
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Siehe auch


Koordinate: 46° 57' N, 7° 25' O



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