Berliner Vertrag 1878
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Der Berliner Vertrag war der Schlußpunkt des Berliner Kongresses (13. Juni - 13. Juli 1878), durch welchen der Frieden von San Stefano (3. März 1878) revidiert und der russisch-osmanische Krieg formell beendet wurde. Teilnehmer waren Deutschland, Russland, das Osmanische Reich, Großbritannien, Frankreich, Italien und Österreich-Ungarn.
Der Vertrag bestätigte die Unabhängigkeit der Fürstentümer Rumänien, Serbien und Montenegro. Bulgarien blieb unter osmanischer Oberhoheit, allerdings mit autonomem Status. Ostrumelien wurde davon getrennt, so daß zwei abhängige Fürstentümer entstanden und so vorerst der von Russland verfolgte Plan, ein unabhängiges Großbulgarien entstehen zu lassen, scheiterte. Die ehemals türkische Provinz Bosnien-Herzegowina und das Sandschak von Novi Pazar gerieten unter österreichisch-ungarische Verwaltung, blieben aber formell Teil des Osmanischen Reiches.
Die drei unabhängig gewordenen Staaten erklärten sich in den folgenden Jahren zu Königreichen (Rumänien im Jahr 1881, Serbien 1882 und Montenegro 1910), während Bulgarien 1908 seine Unabhängigkeit erklärte (nachdem es sich 1885 mit Ostrumelien vereinigt hatte).
Österreich-Ungarn annektierte 1908 Bosnien und legte damit die Zündschnur zu einer Entwicklung, die im Ersten Weltkrieg münden sollte.
Literatur
- Mahmud Labib Bei: Der Berliner Vertrag von 1878 : seine Entstehung, Bedeutung und seine Konsequenzen. - Berlin : Walther, 1908
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