Berliner Luftbrücke
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Die Berliner Luftbrücke sicherte die Versorgung West-Berlins aus der Luft während der Berlin-Blockade von 1948 bis 1949 durch die sowjetische Besatzung.
Die am 23. Juni 1948 auf die drei Berliner Westsektoren ausgedehnte Währungsreform, die von den Westalliierten im Alleingang durchgeführt wurde, bewegte die sowjetische Besatzung zu einer Reaktion. In den Tagen danach wurde in der Sowjetischen Besatzungszone ebenfalls eine Währungsreform organisiert, um ein Überschwemmen mit Beständen alter Reichsmark aus den Westzonen zu verhindern. Das unabgestimmte Vorgehen der ehemaligen Alliierten in dieser Frage gab nun jedoch den Vorwand, zu erheblich weitergehenden Maßnahmen, die zur Berlin-Blockade führte.
Noch in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni 1948 wurde die Versorgung West-Berlins mit Fernstrom durch das Großkraftwerk Golpa-Zschornewitz unterbrochen. Am frühen Morgen des 24. Juni folgte die Unterbrechung des gesamten Straßen- und Schienenverkehrs sowie der Binnenschifffahrt zwischen Berlin und den Westzonen. Da Berlin immer noch ein großes Trümmerfeld war, in dem etwa 2,2 Millionen Menschen lebten, war es vollständig von der Belieferung von außen abhängig.
Die Regierungen der Westmächte hatten zwar mit einer Reaktion auf die Währungsreform gerechnet, aber die Berlin-Blockade der Sowjetunion traf sie weitgehend unvorbereitet. So standen sie vor der Entscheidung, Berlin aufzugeben oder in Berlin zu bleiben. Der Militärgouverneur der amerikanischen Zone, US-General Lucius D. Clay, war einer der entschiedensten Befürworter eines Verbleibs in Berlin. Er schlug vor, mit einem bewaffneten Konvoi die Blockade zu durchbrechen. US-Präsident Harry S. Truman lehnte dies aber aufgrund des Risikos einer Kriegsprovokation ab.
Am 25. Juni befahl General Clay die Errichtung einer Luftbrücke, da, im Gegensatz zu einer Landverbindung, der Luftkorridor vertraglich zugesichert war. Am 26. Juni flog die erste Maschine der US-amerikanischen Luftwaffe zum Flughafen Tempelhof in Berlin und startete damit die Operation Vittles. Die Operation Plain Fare der britischen Luftwaffe folgte zwei Tage später. Die Briten nutzten unter anderem den Flugplatz Gatow und die zugefrorene Havel als Landeplätze.
Am Anfang ging man von 750 Tonnen Fracht pro Tag aus. Ende Juli 1948 war man jedoch schon bei über 2.000 Tonnen pro Tag. Am 16. April 1949 wurde mit 11.740 Tonnen Fracht und 1.398 Flügen an einem einzigen Tag der Rekord aufgestellt. Neben Baustoffen für die Flughäfen wurden hauptsächlich Weizen, Kohle als Brennstoff und zur Stromproduktion, Benzin, aber auch Medikamente eingeflogen.
Neben Briten und US-Amerikanern flogen später auch Piloten aus Australien, Neuseeland, Kanada und Südafrika. Zu dem Namen Rosinenbomber kamen die Luftbrückenflugzeuge wohl auch mit Hilfe von Gail Halvorsen. Dieser fing an, Schokoladentafeln, die er von seinen Verwandten aus Amerika zugeschickt bekam, an Taschentücher zu binden und sie vor der Landung über Berlin abzuwerfen. Als Halversons Vorgesetzter von den heimlichen Abwürfen erfuhr, zog die Aktion bald weite Kreise und es sammelten die gesamten Air-Force Flieger und ganz Amerika Süßigkeiten und Kaugummis, um damit die Operation Little Vittles (kleiner Proviant) zu unterstützen.
Da die Sowjetunion sah, dass die Luftbrücke die Versorgung West-Berlins garantierte und unbegrenzt weitergeführt werden würde, hob sie am 12. Mai 1949 um 0.01 Uhr alle Sperren wieder auf.
Insgesamt waren 2,11 Millionen Tonnen Fracht, davon 1,44 Millionen Tonnen Kohle, 490.000 Tonnen Nahrungsmittel und 160.000 Tonnen Baustoffe zum Ausbau der Flughäfen, eingeflogen worden. Bei den 278.228 Flügen gab es mehrere tödliche Unfälle, bei denen 39 Briten, 31 US-Amerikaner und mindestens sechs Deutsche ihr Leben verloren.
Heute erinnert das Luftbrückendenkmal, von Eduard Ludwig (1906–1960) geschaffen, am Platz der Luftbrücke, ganz in der Nähe des Berliner Flughafens Tempelhof, im Berliner Volksmund Hungerkralle oder Hungerharke genannt, an die Opfer der Luftbrücke. Die drei „Krallen“ an der Spitze stellen die drei Luftkorridore von und nach Westberlin dar. Identische Gegenstücke stehen beim Militärflughafen Wietzenbruch bei Celle sowie seit 1985 auf der Rhein-Main Air Base beim Frankfurter Flughafen. Die Inschrift an den Säulen lautet: „Sie gaben ihr Leben für die Freiheit Berlins im Dienste der Luftbrücke 1948/1949“. Darunter sind die Dienstgrade und Namen aller bei den Unfällen Verstorbener verzeichnet. Die Säulen sollen die drei Westalliierten und die Verbindung unter den drei Städten symbolisieren. Neben den Säulen stehen eine DC-3 und seit 1989 eine DC-4 (Liberia World Cargo EL-AJP/N88887).
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