Berliner Kongress

aus Freepedia, der freien Wissensdatenbank

Bild:Disambig-grau.png Dieser Artikel beschreibt den Berliner Kongress von 1878. Er ist nicht mit der Kongokonferenz von 1884/85, die auch Berliner Konferenz genannt wird, zu verwechseln.

Bild:Berliner kongress.jpg Der Berliner Kongress war eine Versammlung von Vertretern der damaligen Großmächte Deutschland, Österreich-Ungarn, Frankreich, Großbritannien, Italien, Russland und der Türkei, die im Juni/Juli 1878 unter Vorsitz von Otto von Bismarck zusammentrat.

Dem Kongress vorangegangen war der Vorfrieden von San Stefano, der den russisch-türkischen Krieg beendete. Bei den vor allem von Russland diktierten Friedensverhandlungen hatte die Türkei ihre letzten Gebiete auf dem Balkan verloren. Gegen den Machtzuwachs Russlands auf dem europäischen Kontinent erhoben Großbritannien und Österreich Einspruch.

Da Deutschland auf dem Balkan keinerlei Interessen hatte, konnte Bismarck als „ehrlicher Makler“ auftreten. Allerdings war es für Bismarck durchaus von Interesse, wie sich die machtverhältnisse in Europa weiterentwickeln. Das Ergebnis der Beratungen war der Berliner Friede vom 13. Juli 1878, der die Fürstentümer Rumänien, Serbien und Montenegro für souverän erklärte, sowie Bulgarien als souveränen Staat anerkannte. Für Bulgarien prägte die Entscheidung des Berliner Kongresses die nachfolgende Außenpolitik. Insbesondere ging es darum, das von Bulgarien mit diesem Friedensvertrag abgetrennte Gebiet Ostrumelien wieder in das Staatsgebiet einzugliedern (Serbisch-Bulgarischer Krieg 1885). Russland wurde Bessarabien (allerdings nur der südwestliche Teil, der Rest ging an Rumänien) und ein Teil Armeniens zugesprochen und Griechenland eine Erweiterung seiner Nordgrenze in Aussicht gestellt. Österreich-Ungarn wurde das Recht zugesprochen, Bosnien und die Herzegowina zu besetzen (Okkupation 1878, Annexion erst 1908). Großbritannien erhielt Zypern.

Die Macht der Türkei in Europa und Asien wurde durch den aus 64 Artikeln bestehenden Friedensvertrag erheblich geschwächt. Der Einfluss Russlands wurde zugunsten Österreich-Ungarns eingeschränkt, was die Rivalität zwischen beiden Reichen verschärfte. Zudem führte die Neuordnung des Balkan zu neuen Spannungen.

Weblinks


Siehe auch Portal:Südosteuropa



Views
'Persönliche Werkzeuge
Werkzeuge
Andere Sprachen
Ähnliche Links