Berlin-Stralau
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| Wappen | Satellitenbild |
|---|---|
| Bild:Coat of arms de-be stralau 1987.png Details | Bild:Luftbild Berlin Stralau.jpg Satellitenbild der Halbinsel Stralau |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Berlin |
| Stadtbezirk: | Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg |
| Geografische Lage: | Koordinate: 52° 29′ n. Br., 13° 28′ ö. L.52° 29′ n. Br., 13° 28′ ö. L. |
| Höhe: | 34 m ü. NN |
| Postleitzahl: | 10245 |
| Website: | BA Friedrichshain-Kreuzberg |
Stralau ist eine Ortslage des Ortsteils Friedrichshain im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, der auf einer Landzunge zwischen der Spree und dem Rummelsburger See liegt. Der Name geht auf ein Dorf zurück, das unter dem Namen Stralow hier entstand und 1920 Teil Groß-Berlins wurde.
Geschichte
Bild:Stralau Kirche.jpg Die ersten Erwähnungen des Dorfes Stralow bei Cölln und Berlin reichen in das 14. Jahrhundert zurück, der Familienname derer von Stralow ist allerdings bereits im 13. Jahrhundert urkundlich belegt. 1358 kaufte die Doppelstadt Berlin-Cölln dem Ritter Nicolaus Bartolpsdorf den Ort ab. In der Folgezeit entwickelte sich der Ort zu einem Fischerdorf und feierte alljährlich den Jahrestag des ersten Fischzuges vom 24. August 1574, der auf Verfügung des Kurfürsten Johann Georg von Brandenburg stattfand.
Bild:Dorfkirche Stralau 20030921.JPG Nach anderen Quellen hatte der Kurfürst nicht das Feiern befohlen, sondern das Fischen von Ostern bis zum 23. August, dem Bartholomäustag, verboten. Wörtlich lautet das Edikt vom 22. Februar 1574: Wir Wollen, Setzen und Ordnen, dass alle und jegliche Wasser mit großen Garnzügen vom Grünen Donnerstag bis auf Bartholomäi durchaus sollen verschonet werden, damit die Fischerei nicht zu Schaden komme, weil der Laich und die jungen Fische zu Unzeiten gebraucht werden. Die Feier war demnach das jährliche Anfischen.
Da das jährliche Fest auf dem Friedhof (sic!) des Dorfes stattfand und jedes Jahr in wüstere Saufgelage, Schlägereien und orgiastische Treiben ausartete, wurde es am 23. August 1873 vom Amtsvorsteher verboten. Ein Augenzeuge von 1791 soll berichtet haben:
- Dann glich die Wiese einem großen ungezügelten Lager. Glücks- und Schaubuden mit Puppen- und Kasperletheater, Karussells, Wurst- und Kaffeeküchen waren aufgeschlagen. Für die Kinder gab es Brillen, Orden und Fähnchen. Erwachsene setzten sich schwarz gefärbte Brillen auf und liefen mit falschen langen Nasen und Bärten umher. Vorzugsweise wurde der Kirchhof mit Beschlag belegt, da der Raum, den die Landzunge von Stralau sonst bietet, viel zu eng ist. Da lagerte man sich pietätlos auf den Grabhügeln, zertrat den Schmuck...und hinterließ das sorglos und liederlich weggeworfene Stullenpapier. Dort fanden Umzüge mit großen Schiffs- und Binsenbüchsen statt, wurde Katz und Maus gespielt...
Nach einem Wiederaufleben 1923 wurde er wenige Jahre später erneut verboten.
Die Entwicklung Stralows wurde maßgeblich durch die Eröffnung des Bahnhofs Stralow-Rummelsburg (heute Berlin-Ostkreuz) 1871 voran getrieben. Im vorderen Teil der Halbinsel entwickelte sich ein Vielzahl von Betrieben wie zum Beispiel die Engelhardt-Brauerei und das Stralauer Glaswerk. Als Amtsbezirk existierte Stralow von 1874 bis 1893; zu ihm gehörte die Landgemeinde Stralow sowie der Gutsbezirk Boxhagen-Rummelsburg. Seit 1893 gilt der amtliche Name des Ortes "Stralau".
Bei der Bildung Groß-Berlins 1920 wurde Stralau gemeinsam mit einigen anderen Orten sowie Ortsteilen zum Berliner Stadtteil Friedrichshain zusammengelegt.
Stralau heute
Nach der Wende schlossen viele der Betriebe, die den vorderen Teil der Halbinsel prägten. Im Zuge der Bewerbung Berlins für die Olympischen Spiele war die Halbinsel Stralau für das Olympische Dorf vorgesehen. Es wurde eine städtische Entwicklungsgesellschaft gegründet, die eine Vielzahl von Neubauten plante und baute.



