Beringia
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Bild:US NOAA nautical chart of Bering Strait.png
Beringia (nicht zu verwechseln mit der Beringbrücke) war eine durchgängige Landbrücke zwischen Nordamerika und Asien, über welche vermutlich die ersten Menschen von Asien nach Nordamerika einwanderten.
Geographie
Beringia befand sich an der Stelle der heutigen Beringstraße, dem nördlichen Abschluss des Beringmeers, und lag somit zwischen der Westküste des heutigen Alaskas (USA) und der Ostküste des heutigen Sibiriens (Russland). Die Landbrücke war Teil eines 34 Mio. km² umfassenden Gebietes, das vom Fluss Lena in Ostsibirien bis zum Mackenzie River in Alaska reichte und somit einen Teile des Nordpolarmeers einnahm.
Geschichte
Noch vor ungefähr 10.000 Jahren, als die letzte Eiszeit zu Ende ging und der Meeresspiegel noch weit abgesunken war, befand sich am nördlichen Abschluss des Beringmeers (der heutigen Beringstraße) die durchgängige Landbrücke Beringia, welche die vorgenannten Kontinente miteinander verband.
Damals war der Meeresspiegel durch die Eismassen, die große Wassermengen der Ozeane in sich banden, um bis zu etwa 125 m abgesunken, so dass eine rund 40 bis 50 km breite und bis zu 85 km lange, wellenartige Landschaft entstand, welche die beiden Festländer miteinander verband. Dort entwickelte sich eine Grassteppe - wegen ihrer spezifischen Besonderheiten auch Mammutsteppe genannt -, über die Menschen - abgesehen von eventuellen Bächen und Flüssen, die sie zu überqueren hatten - trockenen Fußes von der einen zur anderen Küste gelangen konnten.
Lange Zeit galt diese versunkene Landbrücke als der Weg, über den die ersten Einwanderer nach Amerika gelangten. Neuere Forschungen belegen jedoch, dass bereits vor 40.000 Jahren Menschen in Amerika lebten. Nach einer noch unbestätigten genetischen Studie der Rutgers University in New Jersey, stammen alle Indianer Amerikas von nur etwa 70 Vorfahren ab, die während der letzten Eiszeit vor etwa 14.000 bis 12.000 Jahren aus Asien über die Landbrücke auf das nordamerikanische Festland einwanderten. Zu dieser Zeit war die heutige Beringstraße eine bemerkenswert fruchtbare Graslandschaft, die von vielen Großtieren wie Mammut, Wollnashorn, Rentier und Moschusochse besiedelt wurde. Die jagenden Nomadenvölker folgten den riesigen Herden und erreichten auf diese Weise die Neue Welt.
Neben Beringia befand sich an der Südseite des Beringmeers die teils durch tiefe Meerbereiche unterbrochene Beringbrücke, über die damals - nach heute gängigen Theorien - ebenfalls Einwanderer nach Nordamerika gelangt sein könnten.



