Bergsturz
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Ein Bergsturz ist definiert als eine Fels- und Schuttbewegung, die mit hoher Geschwindigkeit (>40m/s) aus Bergflanken niedergeht und im Ablagerungsgebiet ein Volumen von mehr als einer Million m³ besitzt oder eine Fläche von mehr als 0,1 km² bedeckt. Der Transportmechanismus ist gekennzeichnet durch starke Wechselwirkung zwischen den Komponenten. Daraus können Transportweiten entstehen, die jene von Felsstürzen weit übersteigen. Felsstürze sind also kleinere Ereignisse mit geringeren Transportweiten.
Auslöser von Bergstürzen können starke Niederschläge, Erdbeben, Temperaturschwankungen und menschliche Einwirkungen (zum Beispiel durch Bergbau) sein. Sie entstehen meist an der Grenze von zwei Gesteinsschichten oder an tektonischen Stoerungen und zeichnen sich oft vorher schon durch eine zunehmende Steinschlagaktivität ab.
Die Auswirkungen können besonders in dicht besiedelten Gebieten katastrophal sein: Verschüttung von Siedlungsgebieten und Verkehrswegen (Straßen, Eisenbahnlinien), Aufstauung von Flüssen und Bächen, Flutwellen (wenn Gesteinsmassen in größere Gewässer stürzen). Durch Bergstürze entstehen aber auch reizvolle Landschaften. Typisch für das Ablagerungsgebiet ist ein kleinhügeliges Relief in meist scharfer Abgrenzung zur Umgebung.
Zusammen mit Muren und Lawinen stellen Bergstürze eine der Gefahren im Gebirge dar.
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Prähistorische Bergstürze
Prähistorische Bergstürze können aufgrund der geologischen Beschaffenheit des Bodens und der Oberflächenformen im Abbruchgebiet und im Ablagerungsgebiet erkannt werden.
- Flims, Schweiz: 12.000 Mio m³ (12 km³)
- Dobratsch, Kärnten: ca. 900 Mio m³ Gesteinsmassen stürzen in das Gailtal.
- Davos, Schweiz: ? m³ von der Totalp im Parsenngebiet und bildeten so den Wolfgangpass
- Tschirgant, Tirol: Gesteinsmassen stürzen vor etwa 4000 Jahren in das Inntal und vordere Ötztal
Historische Bergstürze
- 1348 Dobratsch, Kärnten: Ausgelöst durch ein Erdbeben stürzen im selben Gebiet, wo auch der prähistorische Bergsturz erfolgte, geschätzte 150 Mio m³ Gesteinsmassen in das Gailtal. ([1])
- 30. September 1512 Bergsturz Buzza di Biasca im Valle di Blenio nördlich Biasca. Die Gesteinsmassen stauten einen See auf; der Damm brach 1515 und verwüstete das Tal des Ticino bis zum Lago Maggiore.
- 25. August 1618 Begsturz von Plurs/Schweiz: Hier wurde eine ganze Stadt verschüttet, ca. 2000 Menschen fanden dabei den Tod.
- 2. September 1806 Bergsturz von Goldau/Schweiz: Hier wurde ein ganzes Dorf von 40 Mio m³ Fels verschüttet, 457 Menschen fanden dabei den Tod.
- 1881 Elm/Schweiz: 10 Mio m³: Der Bergsturz von Elm wurde durch den jahrelangen, rücksichtslosen Abbau von Schiefer verursacht.
Felsstürze
- seit 1993: Bischofsmütze in Salzburg: am 22. September 1993 stürzte ein mehr als 200 m hoher Pfeiler aus der Felswand in den Abgrund. Seither kommt es immer wieder zu kleineren Felsstürzen.
- 10. Juli 1999: Schwaz in Tirol: Im Bergbaugebiet des Eiblschrofen stürzen etwa 150.000 m³ Gestein in den darunterliegenden Bergwald und bedrohen einen Ortsteil. 250 Einwohner müssen evakuiert werden und können erst nach umfangreichen Sicherungsmaßnahmen nach mehreren Wochen wieder in ihre Häuser zurückkehren.



