Bergkiefer

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Bergkiefer
Bild:Latsche01.jpg
Systematik
Klasse: Pinopsida
Ordnung: Kiefernartige (Pinales)
Familie: Kieferngewächse (Pinaceae)
Unterfamilie: Pinoideae
Gattung: Kiefern (Pinus)
Art: Bergkiefer
Wissenschaftlicher Name
Pinus mugo
Turra

Die Bergkiefer (Pinus mugo), auch Latschenkiefer (kurz Latsche), Legföhre, Leg-Kiefer oder Krummholz-Kiefer genannt, ist ein Nadelholzgewächs (Pinophyta) aus der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Sie bildet eine eigene Art innerhalb der Gattung der Kiefern (Pinus).

Dieser Artikel beschreibt die Unterart Pinus mugo subsp. mugo (inkl. Pinus mugo subsp. pumilio)

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Bergkiefer wird zwischen 100 bis 300 cm hoch und ist gekennzeichnet durch ihren krummen Wuchs mit niederliegenden bis bogig aufsteigenden Stämmen und Ästen. Diese bilden oft ein undurchdringliches Gewirr (Latschenfilz oder Latschenfelder).

Blatt

Die dunkelgrünen, spitzen Nadeln paarweise an den Kurztrieben und sind bis 5 cm lang. Deren Lebensdauer beträgt 5 bis 10 Jahre.

Zapfen

Die Bergkiefer ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch), es kommen somit männliche und weibliche Zapfen auf einem Individuum vor. Die Pollen werden am Grund junger Langtriebe gebildet, anstelle von beblätterten Kurztrieben in den Achseln von Schuppenblättern. Weibliche Zapfen gedeihen nahe dem Ende junger Langtriebe. Sie werden kaum länger als 10 mm, sind blassrosa bis rot und wachsen bis zum ersten Herbst kaum. Im zweiten Jahr wachsen die weiblichen Zapfen und reifen.

Samen und reifende Zapfen

Die harten, eiförmigen Zapfen sind im zweiten Jahr reif und geben geflügelte Samen frei. Diese sind beflügelt und werden 4 bis 5 mm groß. Die Samenanlagen sitzen offen auf schuppenförmigen Fruchtblättern, sind also nicht in einem Fruchtknoten eingeschlossen (Nacktsamer!). Die Samenzapfen sind symmetrisch (Zapfenstiel - sofern vorhanden - zentrisch und gerade, d.h. in der Zapfenachse liegend). Der Schild der Samenschuppen ist meist flach, selten etwas aufgewölbt bis kegelig. Die Zapfen werden zwischen 3 und 7 cm lang. Sind die Zapfen geöffnet, erreichen sie eine Breite zwischen 2 und 5 cm. Auf die Blütezeit während den Sommermonaten Juni und Juli folgt die Samenreife im Oktober. Die Entwicklung der Früchte erfolgt über einen Zeitraum von drei Jahren.

Holz

Das Holz der Latsche ist hart und schwer spaltbar, d.h. es weist eine gute Querfestigkeit auf und ist wenig elastisch. Weiter ist es harzhaltig, hat einen rötlichen Kern, der unter Lichteinfluss nachdunkelt und einen Splint der 2 bis 4 cm breit und gelblich weiss ist. Weiter typisch sind die seifige Oberfläche, relativ grosse Äste von dunkelbrauner Farbe und der angenehme Harzgeruch.

Vorkommen

Bild:Latsche02.jpg Die Latschenkiefer ist vor allem in der subalpine Zone ozeanischer Hochgebirge auf. Als Gartenform werden sie aber auch außerhalb derselben angetroffen.

Hauptvorkommen hierbei ist in den Pyrenäen, Alpen, Erzgebirge, Karpaten, nördliches Appenin bis zum Balkan zwischen 1.000 m bis 2.700 m. In Österreich ist sie bis auf Wien und Burgenland in allen Bundesländern häufig vertreten.

Als Standort werden mäßig trockene, felsige Stellen bevorzugt. Die Pflanze ist etwas schneeschutzbedürftig.

Verwendung

Verwendung ähnlich wie bei Wald-Kiefer. Da die Stämme und Äste nicht sehr dick werden, sind sie allenfalls als Drechsler und Schnitzholz verwertbar, evtl. für einfache Möbel, als Hobelware im Innen und Aussenbau und im Fensterbau. Frisch geschnitten ist der Splint allerdings sehr anfällig auf Bläuepilze.

Aus frischen Nadeln, Zweigspitzen und Ästen gewinnt man Latschenkiefernöl für kosmetische Produkte. In der Brennerei wird das Öl mittels Wasserdampfdestillation gefiltert und tropfenweise in einem Glas aufgenommen. Als fertiges Latschenkiefernöl kann es naturrein abgefüllt und zum Verkauf angeboten werden. Es dient zur äusserlichen sowie innerlichen Anwendung bei Katharren der oberen und unteren Atemwege. In medizinischen Bädern zur unterstützenden Behandlung bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises im nicht akuten Stadium.

Systematik

Es gibt zwei Unterarten:

  • Pinus mugo subsp. mugo, die Legföhre. Sie ist karpatisch-ostalpisch verbreitet.
  • Pinus mugo subsp. uncinata, die Spirke oder Aufrechte Bergkiefer. Bei manchen Botanikern ist sie eine eigene Art: Pinus uncinata. Die Spirke ist pyrenäisch-westalpisch verbreitet. Die Pflanze bis zu 20 m hoch und hat asymmetrische Zapfen.

Die beiden Unterarten bilden Bastarde; sie sind also hybridogen verbunden und so gibt es eine recht variable Zwischensippe (P. mugo nothosubsp. rotundata).

Sorten

  • Pinus mugo (Bergföhre) - breit kegelförmiger Wuchs, 4-5 m hoch, vielseitig verwendbar, auch für Sichtschutz
  • Pinus mugo 'Alpenzwerg' - kegelförmiger, kompakter, langsamer Wuchs, bis 1,5 m hoch, für Tröge und kleine Gärten
  • Pinus mugo 'Gnom' - dichtverzweigte, aufrecht und langsam wachsende Form, bis 3 m hoch, Nadeln dicht gedrängt
  • Pinus mugo 'Henry' - ausgesprochen zwergiger und langsamer Wuchs, dicht und kugelig, bis 40 cm hoch und 50 cm breit, sehr kurze Abstände zwischen den Verzweigungen, Jahreszuwachs nur 1 bis 3 cm, für kleinste Raumverhältnisse
  • Pinus mugo 'Humpy' - breit kissenförmiger, dichter Wuchs, bis 30 cm hoch und 100 cm breit, sehr kurze, dicht gedrängte Nadeln, für kleine Raumverhältnisse
  • Pinus mugo 'Mops' - kugeliger Wuchs, bis 1,5 m hoch, langsam wachsend, für Tröge gut geeignet
  • Pinus mugo mughus (Legföhre) - weniger stark, aber breiter wachsend als Pinus mugo, 2-3 m hoch und breit, zur Abdeckung und als niedriger Sichtschutz
  • Pinus mugo pumilio (Kriechföhre) - dichter und langsamer Wuchs, zudem breit und niederliegend, bis 80 cm hoch und 150 cm breit, für kleine Räume
  • Pinus mugo 'Wintergold' - breiter buschiger Wuchs, bis 80 cm hoch und 120 cm breit, Nadeln im Sommer leicht gelb und im Winter schön goldgelb.

Sonstiges

In Nordlagen, bei zu langer Schneebedeckung, wird die Latsche sehr durch den Pilz Herpotrichia nigra (Schwarzer Schneeschimmel) geschädigt (schwärzliche, zusammengeklebte Nadelbüschel) und von der Grünerle ersetzt.

Die elastischen Äste sind vorzüglich dem winterlichen Schneedruck der Hochlagen angepasst.

Literatur

  • Johanna Graßmann, Renate Spitzenberger, Susanne Hippeli, Renate Vollmann, Erich F. Elstner: Etherische Öle aus der Latschenkiefer. Naturwissenschaftliche Rundschau 58(3), S. 127 - 133 (2005), ISSN 0028-1050
  • Manfred A. Fischer: Exkursionsflora von Österreich, Stuttgart 1994, ISBN 3-8001-3461-6


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