Bergisches Land

aus Freepedia, der freien Wissensdatenbank

Das Bergische Land ist eine Region in Deutschland, welche neben dem Städtedreieck Remscheid-Solingen-Wuppertal in Nordrhein-Westfalen auch Leverkusen, den Rheinisch-Bergischen und den Oberbergischen Kreis sowie große Teile des Kreises Mettmann umfasst.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geologisch ist das Bergische Land ein Teil des rechtsrheinischen Schiefergebirges. Die Grenzen des heutigen Bergischen Landes bilden in Norden die Ruhr, im Westen der Rhein und im Süden die Sieg. Die Ostgrenze entspricht im groben der heutigen Grenze des Oberbergischen Kreis zum Märkischen Kreis bzw. im Norden der Grenze Wuppertals und des Kreises Mettmann zu dem Ennepe-Ruhr-Kreis.

Im Gegensatz zur schrofferen Eifel ist es eher lieblich und hat vorwiegend sanfte Hügel. Der Südwesten des Bergischen Landes, der an Köln grenzt, gilt als beliebtes Wohngebiet für die Pendler der umliegenden Großstädte. Der Naturpark Bergisches Land definiert das Gebiet darüber hinaus als Erholungsgebiet. Der Nutscheid am Südrand des Bergischen ist eines der größten Forstgebiete, weitgehend unbewohnt und beliebt bei naturnahen Wanderern.


Städte und Gemeinden

(in alphabetischer Reihenfolge)

Zu dem historischen Territorium des Bergischen Landes gehören zusätzlich noch die Städte Düsseldorf, Mülheim an der Ruhr und Teile von Köln, Duisburg und Oberhausen. Im heutigen Sinne, sowie im Bewußtsein der Bevölkerung, ist diese Zugehörigkeit aber nicht mehr vorhanden.

siehe auch: Bergische Städte, geordnet nach dem Datum der Stadtwerdung

Gewässer

Als größtes Fließgewässer durchquert der Fluß Wupper das Bergische Land.

Talsperren

Im Bergischen Land befinden sich viele Talsperren, einige davon gelten auch als Trinkwasserreservoir für die angrenzenden großen Städte und darüber hinaus als Naherholungsgebiete. Im einzelnen sind zu nennen:

Aggertalsperre, Bevertalsperre, Biebersteiner Stausee, Beyenburger Stausee, Bruchertalsperre, Große Dhünntalsperre, Eschbachtalsperre (auch Remscheider Talsperre), Genkeltalsperre, Kerspetalsperre, Lingesetalsperre, Neyetalsperre, Obere Herbringhauser Talsperre, Panzertalsperre (auch Lenneper Talsperre), Ronsdorfer Talsperre, Schevelinger Talsperre, Sengbachtalsperre, Wiehltalsperre, Wuppertalsperre.

Geschichte

Benannt wurde die Region nach den Grafen von Berg - nicht wie oft angenommen wegen der bergigen Landschaft (dann müßte es auch bergiges Land heißen) - deren früherer Stammsitz zunächst Altenberg, dann bis ins 16. Jahrhundert die Freiheit Burg an der Wupper und schließlich Düsseldorf war. Über die Pfalz und Bayern kam das Gebiet 1815 an Preußen und wurde 1822 Teil der Rheinprovinz.

Erich Philipp Ploennies jedoch weist in seiner Topographia Ducatus Montani im Jahre 1715 darauf hin, daß das "Bergische Land" doch von der Landschaftsform her ableitet. Auch liegt die Vermutung nahe, das der "Graf von Berg" ein "Graf vom Berge" war, wie er auch oft genannt wurde, weil er in einem bergigen Land residierte.

Wirtschaft

Die Kleineisenindustrie war die Grundlage der frühzeitigen wirtschaftlichen Entwicklung des Bergischen Landes, wo fast jeder Ort sich auf die Produktion eines speziellen Produktes spezialisiert hat. So ist Velbert das Zentrum der Schloss-Industrie. Maschinenbau und Metallverarbeitung bestimmen das Leben in der "Werkzeugstadt" Remscheid. Rund 440 Millionen Euro, das sind 44 Prozent des gesamten Jahresumsatzes der Republik, werden in der Schneidwaren- und Besteckindustrie der Stadt Solingen erwirtschaftet. Dagegen waren das Tal der Wupper von Radevormwald aus Wupper abwärts, Wuppertal selbst, sowie der Osten von Remscheid stärker von der Textilindustrie geprägt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Berühmt

Persönlichkeiten

Sonstiges

Kulinarische Spezialitäten

  • Als Spezialität gilt die Bergische Kaffeetafel, die man nicht mit Bergischen Waffeln verwechseln darf, wenn letztere zur Kaffeetafel auch dazu gehören. Die Kaffeetafel ist eine sehr umfangreiche Mahlzeit, die man in den meisten Gaststätten sogar vorbestellen muss. Neben den Waffeln mit Kirschen, Vanilleeis und Milchreis gehören diverse Sorten Brot, Zwieback, Wurst, Honig, Quark, Butter, Burger Brezeln und Apfelkraut dazu und nicht zu vergessen ist der Kaffee aus der so genannten Dröppelminna, einer Zinnkanne mit Hahn, ähnlich dem für Tee gedachten Samowar.
  • Der Bergische Pillekuchen ist ein Kartoffelpuffer in Pfannkuchengröße, der mit Apfelmus serviert wird.
  • Kottenbutter ist ein mit Wurst und Zwiebelringen belegtes Schwarzbrot, das als kleine Zwischenmahlzeit gegessen wird. Früher nahmen im Bergischen Land die Schmiede die Kottenbutter als Frühstücksbrot mit zur Arbeit in die als "Kotten" bezeichneten Schmieden.

Weitere Bergische Begriffe

  • Das kleine Küchenmesser wird im Oberbergischen auch als "Klööschen" (wobei das "sch" wie in "bisschen" getrennt gesprochen wird), im Solinger Raum dagegen als "Zöppken" bezeichnet.
  • Den Salat (als Sammelbegriff für alle Salate) bezeichnet man im Bergischen als "Schloot", wobei das "o" wie der Anfangsbuchstabe im Vornamen "Otto" ausgesprochen wird.
  • Die Kartoffeln bezeichnet man als Erdäppel, was dann verkürzt zu "Ärpel" wird. Der Kartoffelsalat wird demnach als "Ärpelschloot" bezeichnet.

Weitere Informationsquellen

Literatur

  • Herbert Nicke, Bergisches Fachwerk. Ein Streifzug durch Architektur und Geschichte des rechtsrheinischen Fachwerkbaus, Martina Galunder-Verlag: Wiehl 1996, ISBN 3-931251-10-1
  • Herbert Nicke, Bergische Mühlen. Auf den Spuren der Wasserkraftnutzung im Land der tausend Mühlen zwischen Wupper und Sieg, Martina Galunder-Verlag: Wiehl 1998, ISBN 3-931251-36-5
  • Gero Karthaus, "Oberbergische Lebensräume. Die Pflanzen- und Tierwelt der wertvollsten Biotope im Oberbergischen Kreis."Gummersbach 1988, Verlag Gronenberg, ISBN 3-88265-149-0
  • Gero Karthaus, "Natur vor der Haustür. Leben mit Landschaft, Pflanzen und Tieren in oberbergischen Dörfern früher und heute." 1993, erhältl. bei Martina-Galunder Verlag, ISBN 3-88913-148-4

Wikipedia

Weblinks



Views
'Persönliche Werkzeuge
Werkzeuge
Andere Sprachen
Ähnliche Links