Berberaffe

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Berberaffe
Bild:Barbary Macaques 4757.jpg
Systematik
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini)
Teilordnung: Altweltaffen (Catarrhini)
Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
Unterfamilie: Meerkatzenartige (Cercopithecinae)
Gattung: Makaken (Macaca)
Art: Berberaffe
Wissenschaftlicher Name
Macaca sylvanus
(Linnaeus, 1758)

Der Berberaffe, auch Magot genannt, (Macaca sylvanus) ist eine Makakengattung aus der Familie der Meerkatzenverwandten. Er ist vor allem dafür bekannt, dass er die einzige freilebende Primatenart Europas (mit Ausnahme des Menschen) ist.

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung

Berberaffen leben als einzige Makakengattung nicht in Asien, sondern in den Atlasregionen Marokkos, Algeriens und Tunesiens sowie auf Gibraltar. Die Frage, ob die dortigen Tiere eingeführt wurde oder den Überrest einer einst in Spanien verbreiteten Population darstellt, ist bis heute nicht zweifelsfrei beantwortet. Fossilienfunde auf der Iberischen Halbinsel lassen eher an die zweite Möglichkeit denken.

Beschreibung

Berberaffen sind schwanzlose Primaten. Ihr Gesicht ist dunkelrosa gefärbt und besitzt große Backentaschen und lange Eckzähne. Dieser etwa 75 cm lange und 50 cm hohe Makak, mit einem Gewicht von rund 15 kg, hat rötlich-olivefarbenes Fell, hohe und schlanke Glieder und einen dichten Backenbart, der das runzelige Gesicht umrandet. Die Männchen sind erheblich größer als die Weibchen.

Lebensweise

Berberaffen leben in höhergelegenen Eichen- und Zedernwäldern und kommen auch mit zerklüftetem Terrain zurecht. Sie können gut klettern, verbringen aber einen Gutteil des Tages auf dem Boden. Wie alle Makaken sind sie tagaktiv.

Sie leben in Gruppen von 7 bis 40 Tieren zusammen, die ein festes Gebiet bewohnen. Die Gruppen sind matrilinear und werden von Weibchen angeführt, die Männchen der Gruppe ermitteln eine eigene Hierarchie, bei der es um die Paarungsreihenfolge geht. Auch die Männchen beteiligen sich an der Aufzucht der Jungen, lassen sie auf sich reiten und spielen mit ihnen. Junge Männchen müssen mit Erreichen der Geschlechtsreife ihre angestammte Gruppe verlassen und bilden manchmal mit anderen kurzfristige reine Männertrupps.

Sie sind in erster Linie Pflanzenfresser, die Früchte, Blätter, Kräuter, Knospen und Wurzeln, aber auch gelegentlich Insekten zu sich nehmen.

Fortpflanzung

Bild:Berber-mit-nachwuchs.jpg Vorrangig paaren sich die Weibchen mit den höhergestellten Männchen, obwohl vielfach alle Männchen Tiere zum Zug kommen. Die Paarungszeit liegt zwischen November und März. Die Tragzeit beträgt rund 7 Monate, danach kommt meist ein einzelnes Jungtier zur Welt. Nach rund 6 bis 12 Monaten werden die Jungtiere entwöhnt und sind mit 3 bis 4 Jahren geschlechtsreif. Ihre Lebenserwartung beträgt rund 20 Jahre.

Berberaffen und Menschen

In Gibraltar sind Berberaffen ein Maskottchen und eine Tourismusattraktion, darüber hinaus gibt es eine Legende, wonach die Briten diese Kolonie solange besitzen, solange es diese Tiere dort gibt. Dementsprechend werden sie gehegt und die dortige Population ist gelegentlich mit nordafrikanischen Tieren aufgestockt worden.

In Nordafrika hingegen sind sie bedroht, da sie unter der Abholzung der Wälder leiden. In früheren Zeiten sind sie auch gejagt worden. In Libyen und Ägypten sind sie um 1800 ausgerottet worden, und rund 70 % aller Berberaffen leben heute in Marokko. Die IUCN listet sie als gefährdet.

Bild:Commons-logo.svg WikiCommons: Category:Macaca sylvanus – Bilder, Videos oder Audiodateien


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