Basenpaar

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Als Basenpaar bezeichnet man zwei Basen der Nukleotide in der DNA oder RNA, die zueinander komplementär sind und durch Wasserstoffbrückenbindungen zusammengehalten werden.

Bild:Base pair hydrogen bonding.jpg

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung der Basenpaare

Die Basenpaarung spielt eine wesentliche Rolle für die DNA-Replikation, für die Transkription und Translation im Zuge der Proteinbiosynthese sowie für vielfältige Ausgestaltungen der Tertiärstuktur von Nukleinsäuren.

  • Replikation: Die neuen Nukleotid-Stränge erhalten durch die Basenpaarung die komplementäre Basensequenz zu den beiden Vorlagensträngen.
  • Transkription: Die mRNA, tRNA und rRNA erhält durch die Basenpaarung die zum codogenen Strang der DNA komplementäre Basensequenz, wobei A mit U gepaart wird.
  • Die drei Basen des Anticodons der tRNAs paaren sich mit den komplementären Basentriplett der mRNA. Dadurch entsteht die von der DNA codierte Aminosäuresequenz der Eiweiße. Hier treten auch die Wobble-Paarunge bei der Paarung der 3. Base eines Codons der mRNA mit der 1. Base der tRNA auf. (siehe dazu Wobble-Hypothese und Genetischer Code

Paarungsregeln

Watson-Crick-Paarungen

Watson und Crick stellten fest, dass in der DNA die Menge der Basen Adenin (A) und Thymin (T) stets im Verhältnis 1 : 1 ist, ebenso beträgt das Verhältnis der Basen Guanin (G) und Cytosin 1 : 1. Dagegen variiert das Mengenverhältniss Purinbasen (A, G) zu Pyrimidinbasen (C, T) stark. Daraus schlossen die Wissenschaftler, dass A-T und G-C jeweils komplementäre Basenpaare bilden.

In der tRNA und rRNA treten ebenfalls Basenpaarungen, wenn der Nukleotid-Strang Schleifen bildet und sich dadurch komplementäre Basensequenzen gegenüber stehen. Da in der RNA statt Thymin nur Uracil eingebaut wird, sind die Paarungen A-U und G-C.

Ungewöhnliche Paarungen

Ungewöhnliche Paarungen treten vor allem in tRNAs und in Tripelhelices auf. Sie folgen zwar dem Watson-Crick-Schema, bilden aber andere Wasserstoffbrückenbindungen aus: Beispiele sind Reverse-Watson-Crick-Paarungen, Hoogsteen-Parungen (benannt nach Karst Hoogsteen, geboren 1923) und Reverse-Hoogsteen-Paarungen

Bild:GCreverse.png Bild:AUreverse.png
Bild:AUHoogsteen.png Bild:AUreverseHoog.png

Wobble-Paarungen

Wobble-Paarungen (die Bezeichnung bezieht sich auf die Wobble-Hypothese von Francis Crick (1966) sind die nicht Watson-Crick-Paarungen G-U oder G-T und A-C:

Bild:GUWobble.png Bild:GUreverseWobble.png
Bild:ACreverseHoog.png Bild:ACreverseWobble.png

Informationsgehalt der Basenpaare

Die Anzahl der Basenpaare eines Gens stellt ein wichtiges Maß der Information dar, die im Gen gespeichert ist. Sie wird in

  • bp = Basenpaaren und
  • kbp oder kb = Kilo-Basenpaaren (1000 Basenpaaren) gemessen.

Die Längen für größere DNA-Abschnitte werden auch in

  • Mbp oder Mb = Mega-Basenpaaren angegeben.

Ein bp entspricht einer Informationsmenge von 2 Bit, da es vier verschiedene Werte darstellen kann.

Die durchschnittliche Masse eines Basenpaars in einer 2-strängigen DNA beträgt 650 Atomare Masseneinheiten, die in diesem Kontext auch als Dalton bezeichnet werden. Damit ergibt sich für eine bestimmte Sorte DNA ein Molekulargewicht von etwa 650 g pro Mol pro Basenpaar.

Siehe auch: Genetik, Genexpression, Homöobox, Attenuation, Wobble

Weblinks

  • [1] Eine große Datenbank mit allen möglichen Strukturen und weiteren Angaben


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