Banknote

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Bild:Euro-1 neu2.jpg Eine Banknote ist ein Wertpapier, das im alltäglichen Zahlungsverkehr genutzt wird. Umgangssprachlich werden Banknoten aufgrund ihrer Beschaffenheit als Papiergeld bezeichnet. Banknoten zählen neben Münzen zum Bargeld.

Jede Nation hat ihre eigenen Banknoten, die von einer nationalen Zentralbank herausgegeben werden. Ausnahmen bilden hier die Eurobanknoten, sowie die Banknoten des ostkaribischen Raumes und der west- und zentralafrikanischen Staaten, die von mehreren Staaten gemeinsam herausgegeben und genutzt werden. Heute werden Banknoten nur noch in Schottland, Nordirland, Hongkong und Macao auch von Privatbanken herausgegeben.

Anzumerken ist, dass die Europäische Zentralbank (EZB), entgegen verbreiteter Auffassung, nicht Eigentümerin der ausgegebenen Banknoten bleibt. Das Eigentum an Geldscheinen unterliegt vielmehr den allgemeinen sachenrechtlichen Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB).

Inhaltsverzeichnis

Material

Banknoten bestanden ursprünglich aus Papier und werden in vielen Ländern noch immer auf Papier gedruckt, es können jedoch auch andere Materialien verwendet werden (z.B. Kunststoff, Polymer). Das Papier der Eurobanknoten besteht aus reiner Baumwolle. Polymerbanknoten sind in Europa in Rumänien ausgegeben worden, weitere gab es von der Northern Bank in Nordirland. Außerhalb Europas sind Polymerbanknoten vor allem in tropischen und subtropischen Ländern anzutreffen: Australien, Bangladesch, Brasilien, Brunei, Chile, China, Indonesien, Kuwait, Malaysia, Mexiko, Nepal, Neuseeland, Papua-Neuguinea, Sambia, Samoa, Singapur, Salomonen, Sri Lanka, Taiwan, Thailand und Vietnam. Geldscheine aus Polymer haben den Vorteil einer längeren Haltbarkeit, sind allerdings in ihrer Herstellung teurer als Papiergeldscheine und können in einigen Fällen in vorhandenen Geldautomaten nicht verarbeitet werden.

Sicherheit

Die Herausgeber von Banknoten versuchen ihre Geldscheine so fälschungssicher wie möglich, also schwer kopierbar zu machen. Kriminelle haben seit jeher versucht, Banknoten nachzumachen und in Verkehr zu bringen. Deshalb werden bei modernen Geldscheinen viele verschiedene Sicherheitsmerkmale eingearbeitet, wie z.B. Guillochen oder Hologramme, welche Fälschungen mittels Farbkopiergeräten verhindern.

Geschichte der Banknote

Mit der Zunahme des Handels und auch des Umfangs einzelner Transaktionen wurden mit der Zeit immer größere Mengen an Münzen benötigt. Bei großen Mengen war der Gebrauch von Münzen wegen ihres Gewichts und wegen Sicherheitserfordernissen (Bewachung) unhandlich, so dass sich die Notwendigkeit eines bequemeren Zahlungsmittels ergab. Sowohl diese Notwendigkeit als auch Geldsorgen von Fürsten haben die Entwicklung einer neuen Zahlungsform eingeleitet.

Das erste europäische Papiergeld wurde 1483 vom Leiter der Festung Alhambra de Granada in Spanien herausgegeben. Während der Belagerung durch die Mauren ersetzte er fehlendes Münzgeld durch Papierzettel mit Wertangabe und Siegel, um seine Soldaten bezahlen zu können. Er schrieb deren Annahme als Zahlungsmittel für jedermann zwingend vor. Demgemäß war Papiergeld ursprünglich nicht als Ergänzung zu Münzen gedacht, sondern als Wertpapier mit der Aufforderung an seinen Herausgeber, dem Inhaber des Wertpapiers auf Verlangen den Gegenwert in Münzen auszuzahlen.

Das erste Papiergeld überhaupt scheint um 1024 in China als Notgeld zur Finanzierung eines Krieges herausgegeben worden zu sein, als Münzen knapp geworden waren. Marco Polo entdeckte 1276 auf einer seiner Reisen kaiserliche Banknoten aus Papier, die als allgemeines Zahlungsmittel verwendet wurden.

Das Vertrauen in Papiergeld beruhte ursprünglich darauf, dass es von jedermann jederzeit in Münzgeld umgetauscht werden kann. Dieses Vertrauen war durch ausreichende Bestände an Münzgeld in den Schatzkammern des Herausgebers begründet. Durch die vom herausgebenden Herrscher verordnete Annahmepflicht wurde Papiergeld neben dem Münzgeld zum Zahlungsmittel.

Später haben Banken Münzgeld gegen Quittung in Verwahrung genommen. Die Quittungen wurden als Zahlungsmittel verwendet. Sie gaben ihren Inhabern das Recht, von einer dazu verpflichteten Bank jederzeit die Hergabe der entsprechenden Menge Münzgeld zu verlangen. Die Quittungen hießen Banknoten und die entsprechenden Banken Notenbanken.

Daraus entwickelte sich die Erfordernis der Notenbanken, die von ihnen ausgegebenen Banknoten durch Bestände zunächst an Münzen, später an Edelmetallen (Gold, Silber) abzusichern, zu decken (Deckungspflicht). Mit der Zeit überstieg die Menge an Papiergeld die Menge an Münzen und Edelmetallen deutlich. Heute müssen Banknoten in vielen Ländern nicht mehr durch Goldbestände der Notenbanken abgedeckt sein (Aufhebung der Golddeckungspflicht).

Da Papiergeld ohne große Kosten herstellbar ist und es oft weder durch vorhandenes Vermögen noch durch genügend erwerbbare Güter gedeckt ist, kann es problemlos im Übermaß ausgegeben werden. Dies führt immer zu Teuerung und Kaufkraftverlust des Geldes (Inflation). Aus der Verbindung von Papiergeld mit Krieg und Inflation war bis ins 20. Jahrhundert hinein das Papiergeld als wertloses Geld empfunden und mit Misstrauen betrachtet worden.

Siehe auch:

Literatur

  • Albert Pick: Papiergeld - Ein Handbuch für Sammler und Liebhaber. Klinkhardt & Biermann, Braunschweig 1967 (Bibliothek für Kunst- und Antiquitätenfreunde, 47)

Weblinks

Bild:Commons-logo.svg WikiCommons: Banknoten – Bilder, Videos oder Audiodateien
Bild:Wiktionary-logo-en.png Wiktionary: Banknote – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen


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