Baktrien

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Baktrien (lateinischer Name Bactria, chinesischer Name Ta-Hia) ist der Name einer Landschaft und eines kleinen Königreiches in Mittelasien, welches in der Zeit der Achämeniden nördlich des Hindukusch und südlich des Flusses Amu Darja, mit der Hauptstadt Baktra (dem heutigen Wazirabad im nördlichen Afghanistan), lag. Das Gebiet, aus dem auch der Religionsgründer Zarathustra stammt, gehört heute großteils zum Norden Afghanistans und zum südlichen Turkistan. Die Bewohner Baktriens waren die Baktrer.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Perserkönig Kyros II. unterwarf Baktrien um 540 v. Chr. machte aus Baktrien eine Satrapie des persischen Reichs. Nach dem Sturz des Perserreich durch Alexander den Großen 330 v. Chr. versuchte der Satrap von Baktrien, Bessos, sich zum selbstständigen König von Baktrien zu machen, doch unterlag er Alexander, der Baktrien nach schweren Kämpfen eroberte.

Nach Alexanders Tod gehörte Baktrien zum Reich der Seleukiden, bis sich der Statthalter Diodotos 256 v. Chr. unabhängig machte und das griechisch-baktrische Reich gründete. Es umfasste auch einen Teil Indiens, löste sich aber um 182 v. Chr. nach einem Krieg zwischen Demetrios und Eukratides in mehrere Reiche auf, die von den Parthern und Indoskythen hart bedrängt wurden. Unter den Königen dieser Reiche werden als die bedeutendsten die Griechen Alexandros und Hermaios genannt.

141-129 v. Chr. war Baktrien von den Yüe-tschi besetzt. Auf Hermaios folgte im 1. Jahrhundert v. Chr. ein nichtgriechischer König, Kadphizes (Haus Kuschan, Yüe-tschi-Reich).

Im 1. Jahrhundert n. Chr. herrschte der von den Parthern abstammende König Gudopheres über den größten Teil des Reichs; unter ihm verkündete nach der Legende der heilige Thomas das Christentum in Baktrien. Bis 200 herrschte die Dynastie der Turuschkas, bis die Herrschaft der Kuschan, Hephtaliten und (im Südwesten) der Sassaniden diesem Rest hellenischer Kultur im Osten ein Ende machte und die griechische Sprache durch die einheimische wieder verdrängte.

Infolge der Islamischen Expansion (642 Hauptschlacht mit den Sassaniden bei Nehawend, 712 Eroberungen an Chinas Grenze) wurde Baktrien Teil des arabischen Kalifat.

Seit dem 10. Jahrhundert wurde es von verschiedenen persischen, türkischen und mongolischen Dynastien beherrscht, später schließlich von den Afghanen.

Im 19. Jahrhundert stritten sich England und das zaristische Russland um die Einflussnahme in dieser Region.

Der antike Name Ta-Hia findet sich wahrscheinlich im heutigen Wort Tadschik wieder.

Das „Gold von Baktrien“

Ende der 1970er Jahre fanden Archäologen im heutigen Afghanistan die Überreste eines antiken Gräberfelds. In einigen der Gräber, unter anderem in dem einer wohlhabenden Frau, fand man über 20.000 Goldgegenstände. Das wohl bekannteste Fundstück ist eine aufwändig gearbeitete Krone aus purem Gold, die man auf Reisen zusammenfalten konnte. Der Schatz, dessen Umfang durchaus mit den Grabbeigaben des Tutanchamun vergleichbar ist, konnte nie vollständig geborgen werden, da noch während den Ausgrabungen sowjetische Truppen in Afghanistan einmaschierten. Das Ausgrabungsteam musste fliehen. Das „Gold von Baktrien“ wurde hastig in Kisten verstaut und auf einem Jeep nach Kabul gefahren. Danach verliert sich die Spur des Schatzes.

Erst im Jahr 2002, tauchte der verlorengeglaubte Schatz wieder auf. Er lagerte in der afghanischen Nationalbank. Er war von einem Wächter der Bank dort versteckt worden, als die Taliban an die Macht kamen. Ein deutsches Fernsehteam durfte daraufhin einige der Gegenstände filmen, die Echtheit der gezeigten Stücke wurde vom damaligen Ausgrabungsleiter bestätigt. Mittlerweile ist allerdings erneut unklar, wo sich das „Gold von Baktrien“ befindet und ob es je in einem Museum ausgestellt wird.

Literatur

  • Kleines Lexikon des Hellenismus, S. 93-96 (dort auch weiterführende Literatur).

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