Avaris
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Avaris (auch Auaris) ist die griechische Bezeichnung von Hutwaret, einer antiken Stadt im östlichen Nildelta im Alten Ägypten. Dieser Ort konnte beim modernen Ort Tell el-Dab'a im östlichen Nildelta lokalisiert werden.
Schon im frühen Mittleren Reich gab es hier eine große planmäßig angelegte Siedlung. Daraus scheint sich im Verlaufe der 12. Dynastie eine bedeutende Stadt entwickelt zu haben.
Ab der frühen 13. Dynastie siedelten hier verstärkt aus Palästina kommende Einwanderer, die den Ort in der Folge zu einem Handelszentrum gedeihen ließen. Ausgrabungen legten ein großes, palastartiges Gebäude der 13. Dynastie mit Friedhof, zahlreiche Wohnbezirke und einen Friedhofsbezirk frei. In der Stadt scheint sich ein großer Seth-Tempel befunden zu haben.
Der Ort erscheint in ägyptischen und griechischen Quellen als die Hauptstadt der Hyksos. Die Umstände von deren Machtübernahme, sowie die Reihenfolge und die Namen ihrer Herrscher sind noch umstritten. In Tell el-Dab'a konnte ein Palastbezirk dieser Zeit ergraben werden, wobei dieser Palast auf einer Plattform stand. Nur die Fundamente dieser Plattform sind erhalten geblieben.
Um 1550 v. Chr. wurde Avaris von den thebanischen Königen der 17. Dynastie erobert womit der Hyksosherrschaft ein Ende gemacht wurde. Die Stadt selbst blieb dennoch ein bedeutendes Zentrum.
In der frühen 18. Dynastie wurden hier weitere Paläste errichtet, die teilweise sogar mit minoischen Fresken ausgeschmückt worden sind. Unter Ramses II. wurde die Hauptstadt Ägyptens und damit der Regierungssitz der Pharaonen in die Nähe des modernen Qantirs verlegt. Avaris wurde dadurch zu einem Vorort der neu errichteten Residenz. Vor allem der Seth-Tempel ist damals weiter ausgebaut worden.
Die Leitung von Grabungen in Tell el-Dab'a/Avaris hat seit 1966 Prof. Dr. Manfred Bietak vom Österreichischen Archäologischen Institut inne.
Literatur
- Manfred Bietak, Tell El-Dab'a V/1: Ein Friedhofsbezirk der mittleren Bronzezeitkultur mit Totentempel und Siedlungsschichten. Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1991, ISBN 3700118848



