August Johann Rösel von Rosenhof
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August Johann Rösel von Rosenhof (* 30. März 1705 bei Arnstadt; † 27. März 1759 in Nürnberg) war ein deutscher Naturforscher, Miniaturmaler und Kupferstecher. Mit seinen exakten, detailreichen Insektendarstellungen gilt er als ein Wegbereiter der modernen Entomologie.
Inhaltsverzeichnis |
Leben
Jugend
Rösel entstammte einer österreichischen Kaufmannsfamilie, die sich zur Zeit der Reformation in der Gegend von Nürnberg niederließ. Wegen ihrer Verdienste wurden sie 1628 von Kaiser Ferdinand wieder in den vorher abgelegten Freiherrnstand erhoben. Franz Rösel war Maler von Tier- und Waldstücken, sein Sohn Pius, der Vater von August Johann, war Kupferstecher und dessen Bruder Wilhelm Tiermaler. Pius wurde von der Fürstin Augusta Dorothea von Arnstadt-Schwarzenburg, die auch Patin von August Johann wurde, zum Verwalter der Augustenburg bei Arnstadt berufen.
Die Fürstin erkannte die Begabung August Johanns und förderte seine Erziehung in Malerei und Wissenschaft. Er lernte zunächst in der Merseburger Malerwerkstatt seines Onkels Wilhelm und besuchte dann die Malerakademie in Nürnberg. Die Fähigkeiten, die er bald in Kupferstecherei und Miniaturmalerei erworben hatte, ermöglichten ihm 1726 eine Reise mit zweijährigen Aufenthalt nach Dänemark, wo er sogar eine Stellung auf Lebenszeit am Hofe angeboten bekam. Diese Stellung lehnte er ab und kehrte nach Deutschland zurück, wo er bei einem vierwöchigen Aufenthalt in Hamburg das Werk von Anna Maria Sibylla Merian kennenlernte. Dies bewog ihn, sich fortan mit der einheimischen Insektenfauna zu befassen.
Der Forscher und Maler
1737 heiratete er in Nürnberg Elisabeth Maria, die Tochter des Chirurgen, Physiologen und Dichters Mochael Bertram Rosa. Rösels Kunstfertigkeit stand in hohem Ansehen, so dass er vor allem durch Porträtmalerei ein sicheres Einkommen hatte und sich nebenher intensiv um die Erforschung der Insektenwelt kümmern konnte. Er sammelte Larven und Raupen, deren Entwicklung und Verhalten er genauestens studierte und in Notizen und Zeichnungen festhielt. 1740 erschien die erste Ausgabe seiner Insecten-Belustigung, einer Art Vorläufer heutiger Fachzeitschriften, die in den folgenden Jahren mit weiteren Lieferungen regelmäßig fortgeführt wurde. In den Jahren 1746, 1749 und 1755 brachte er die bisher erschienenen Arbeiten in Sammelbänden heraus. Ein vierter Band wurde nach seinem Tod 1761 von seinem Schwiegersohn Christian Friedrich Carl Kleemann zusammengestellt, der, auch ein fähiger Miniaturmaler, in späteren Auflagen Ergänzungen und Zusätze wie die von Linné eingeführte Nomenklatur vornahm.
Weitere Werke Rösels waren Historia naturalis Ranarum nostratium / Die natürliche Historie der Frösche hiesigen Landes, ein zweisprachiges Tafelwerk, dessen erster Teil 1753 erschien und das 1758 vollendet wurde und zu dem Albrecht von Haller das Vorwort schrieb. Ein geplantes Werk über Eidechsen und Salamander konnte er vor seinem Tod nicht vollenden. Die Besonderheit des Werkes von August Johann Rösel liegt zum einen in der Exaktheit der Darstellungen, die sich auf intensive und sorgfältige Beobachtungen gründen. Rösel erlernte sogar das Schleifen von Linsen, um eigene Beobachtungsinstrumente anfertigen zu können. Zum anderen stellte er Tiere im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen nicht rein morphologisch dar, sondern bemühte sich um die Schilderung der Lebensweise und biologischer Abläufe seiner Untersuchungsobjekte. Er erlangte mit seiner Arbeit unter anderen Naturforschern sehr hohes Ansehen, Réaumur plante, sein Werk ins Französische zu übersetzen lassen, was allerdings nicht realisiert wurde.
Am Anfang des Jahres 1759 erlitt Rösel von Rosenhof einen Hirnschlag, der ihn halbseitig lähmte und in dessen Folge er am 27. März starb.
Bedeutung
Die Darstellungen Rösels sind oft so präzise, dass sich Insektenarten anhand der Abbildungen exakt bestimmen lassen, so verwundert es nicht, dass nach ihm eine der häufigsten einheimischen Langfühlerschrecken Roesels Beißschrecke (Metrioptera roeseli) benannt wurde.
Weblinks
- Literatur von und über August Johann Rösel von Rosenhof im Katalog der DDB
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rösel von Rosenhof, August Johann |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Naturforscher und Miniaturmaler |
| GEBURTSDATUM | 30. März 1705 |
| GEBURTSORT | Arnstadt |
| STERBEDATUM | 27. März 1759 |
| STERBEORT | Nürnberg |



