Armee XXI
aus Freepedia, der freien Wissensdatenbank
Armee XXI ist ein grossangelegtes Reformprojekt der Schweizer Armee, mit dem der veränderten Sicherheitslage in Mitteleuropa Rechnung getragen werden soll.
Das daraus resultierende neue Militärgesetz wurde am 18. Mai 2003 von Volk und Ständen an einer Volksabstimmung angenommen. Es sieht eine Verkleinerung der Mannschaftsstärke und vermehrte Kooperation mit ausländischen Partnern vor.
Inhaltsverzeichnis |
Politik
Das Projekt Armee XXI wurde im National-, sowie im Ständerat genehmigt. Die SVP, FDP und CVP sprachen sich für das Reformpaket aus, die SP nahm keine Position ein. Ein Komitee um die rechtsnationale Jugendgruppe young4fun.ch ergriff das Referendum. Am 18. Mai 2003 genehmigte das Schweizer Volk die Vorlage "Armee XXI - Änderung des Bundesgesetzes über die Armee und die Militärverwaltung" mit 76 Prozent.
Ziele
Die Armee XXI soll eine Anpassung der Schweizer Armee an die veränderte Bedrohungslage in Europa sein. Die Kosten wurden nicht im Umfang der Truppenreduktion gesenkt. Die durch die Truppenreduktion frei gewordenen Mittel sollen in neue Technologien investiert werden.
Änderungen
Truppenbstand: Der Truppenbestand wird von 360'000 Personen (Armee 95) auf 140'000 gesenkt.
Rekrutierung: Die Rekrutierung dauert drei statt ein Tag. Zu den sportlichen kommen psychologische Tests hinzu, aufgrund derer Rekruten Kaderempfehlungen erhalten.
Rekrutenschulen: Es wird eine dritter RS-Start im Frühling eingeführt. Die RS dauert neu, je nach Truppengattung, 18 bzw. 21 Wochen (früher 15).
Milizkader: Die Kaderausbildung für Milizoffiziere und und -Unteroffiziere wird neu aufgebaut. Kaderanwärter absolvieren nur noch einen Teil der RS, danach wechseln sie in die Anwärterschule, wo sie zu Gruppenführern ausgebildet bzw. auf die Offizierslaufbaun vorbereitet werden. Ein grosser Teil der Ausbildung basiert auf dem neuen Lehrmittel FUM (Führung für untere Milizkader). Offiziersanwärter werden direkt zu Leutnants ausgebildet und überspringen im Unterschied zur Armee 95 den Dienst bei der Truppe als Unteroffizier.
Gradstrukturen: Die Gradstrukturen werden logischer aufgebaut und den neuen Kaderausbildungen angepasst. Gruppenführer dienen neu im Grad eines Wachtmeister (früher Korporal).
Logistikbasis der Armee: Die Logistikbasis der Armee (insb. Zeughäuser) wird gestrafft. Dies führt zu Schliessung von Zeughäusern und zum ersten Mal in der Geschichte der Schweizer Armee zur Entlassung von Berufspersonal.
Nicht abschliessend: Die Reform Armee XXI greift sehr tief in die Struktur der Armee ein. Diese Liste von Änderungen ist nicht abschliessend.
Meinungen
Beim Berufspersonal der Armee ist die Reform umstritten. Es leidet in der Umbauphase unter fehlenden Informationen und dem Organisationschaos. Belastend ist auch die Angst um die eigene Anstellung. Unter Milizoffizieren ist die neue Kaderausbildung umstritten. Offiziere haben ihre erste Führungsfunktion bei der Truppe (je nach Truppengattung) nach ca. 47 Wochen Ausbildung. Kritiker bemängeln fehlende praktische Führungserfahrung der Offiziere. Vor der Armee XXI dienten angehende Offiziere 15 Wochen als Unteroffiziere.
Zukunft
Auf die Armee XXI folgte im Mai 2005 ein neues Reformpaket. Die Schweizer Armee soll bei gleichem Truppenbestand Infanterielastiger werden. Panzertruppen werden abgebaut. Ziel ist es neue Aufgaben wie Objektschutz besser durchführen zu können und gleichzeitig kosten zu sparen.



