Afghanischer Bürgerkrieg und sowjetische Invasion

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Bild:Disambig-grau.png Dieser Artikel befasst sich mit dem Bürgerkrieg in Afghanistan Ende der 1970er und in den 1980er Jahren; für den Krieg der USA gegen das Taliban-Regime 2001, siehe Krieg in Afghanistan.

Der Afghanistan-Krieg bezeichnet die militärische Intervention der Sowjetunion im afghanischen Bürgerkrieg zwischen 1979 und 1989.

Inhaltsverzeichnis

Afghanischer Bürgerkrieg bis 1979

Nach der Übernahme der Macht durch die kommunistische "Demokratische Volkspartei Afghanistans" (DVPA) unter Nur Muhammad Taraki am 27. April 1978 betrieb diese eine Annäherung an den Ostblock und die gesellschaftliche Umgestaltung (Bildungsprogramm, Bodenreform, Säkularisierung etc.). Insbesondere die Unterdrückung des Islams und die Vertreibung ehemals privilegierter Gruppen führte zu einem breiten Widerstand, der auch von der CIA unterstützt wurde. Es gründeten sich in dieser Zeit rund 30 Gruppen der Mudjahedin mit unterschiedlichen ideologischen Hintergründen. Um die politische Zielstellung kam es auch zu Auseinandersetzungen innerhalb der DVPA. Mit der Ermordung Tarakis übernahm Hafizullah Amin im September 1979 die Macht und versuchte den Widerstand niederzuschlagen. In der Folge eskalierte der Bürgerkrieg.

Sowjetische Invasion

Am 24. Dezember 1979 marschierten sowjetische Truppen in Afghanistan ein und richteten Amin am 27. Dezember hin – Babrak Karmal übernahm die Regierungsgeschäfte und versuchte einerseits den Bürgerkrieg zu deeskalieren und andererseits die Anbindung an die Sowjetunion u.a. durch ein Abkommen mit Leonid Iljitsch Breschnew über eine Truppenstationierung zu stärken.

Die Besetzung wurde umgehend von den westlichen und islamischen Staaten verurteilt. Sie überschattete auch die Olympischen Sommerspiele 1980 (Moskau/Tallinn), die von vielen Staaten boykottiert wurden. Große Teile der bisherigen Armee schlossen sich dem Widerstand an und die Mudjahedin erfuhren auch internationale Unterstützung (vor allem aus den USA und Pakistan). Am 21. März 1980 gründete sich die "Islamische Allianz für die Freiheit Afghanistans" als ein Bündnis islamistischer und monarchistischer Gruppierungen. Diese waren untereinander selbst zerstritten und die Kooperation beschränkte sich auf die Bekämpfung der kommunistischen Herrschaft. Der Krieg wurde mit zunehmender Brutalität von beiden Seiten geführt und forderte zwischen 1 und 1,5 Millionen Tote. Im Mai 1986 ersetzte Mohammed Nadschibullah Karmal und versuchte durch Verhandlungen den Krieg zu entschärfen.

Auf einer Loja Dschirga wurde 1987 der Republik Afghanistan eine neue Verfassung gegeben und nach Verhandlungen unter Vermittlung der UNO zogen die sowjetischen Truppen zwischen dem 15. Mai 1988 und 15. Februar 1989 ab. Auf sowjetischer Seite waren in 10 Jahren des Krieges fast 15.000 Soldaten gefallen.

Bürgerkrieg nach sowjetischem Abzug

Nach dem sowjetischen Rückzug entbrannte ein blutiger Krieg um die Macht in Afghanistan, der von den Mujaheddin-Führern verschiedener Volksgruppen, die von der West-Presse auch Warlords genannt wurden, mit äußerster Härte ausgetragen wurden. Die prominentesten dieser Warlords waren der Paschtune Gulbuddin Hekmatyar, der Tadschike Ahmed Schah Massud und der Usbeke Abdul Raschid Dostam. Aus dieser Zeit datiert auch die weitgehende Zerstörung Kabuls. 1992 eroberten die Mujaheddin Kabul und setzten Mohammed Nadschibullah ab. Er wurde 1996 von den Taliban ermordet. Der Bürgerkrieg tobte bis ca. 1995, als die von Pakistan aus operierenden radikal-islamischan Taliban allmählich 90 % Afghanistans unter ihre Kontrolle brachten.

Unter der Herrschaft der Taliban (seit ca. 1995) etablierte sich eine islamistische Diktatur. Eine von den USA geführte Allianz führte 2001 zum Sturz der Taliban.

Literatur:

  • Ahmed Raschid: Taliban, Afghanistans Gotteskrieger und der Dschihad; Droemer, ISBN 3-426-27260-1

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