Ökozone
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Ökozonen sind Großräume der Erde, die sich durch jeweils eigenständige Klimagenese, Morphodynamik, Bodenbildungsprozesse, Lebensweisen von Pflanzen und Tieren sowie Ertragsleistungen in der Agrar- und Forstwirtschaft auszeichnen. Entsprechend unterscheiden sie sich in auffälliger Weise nach dem jährlichen und täglichen Klimagang, den exogenen Landformen, den Bodentypen, den Pflanzenformationen und Biomen sowie den agraren und forstlichen Nutzungssystemen. Ihre Verbreitung auf der Erde ist annähernd breitenzonal und gewöhnlich disjunkt auf die Kontinente verteilt.
Der Terminus Ökozone in der beschriebenen Bedeutung wurde erstmals 1988 von Jürgen Schultz eingeführt (Schultz 1988). Im (hierarchischen) System der landschaftsökologischen Raumeinheiten, dessen Grundeinheit der Ökotop ist, bezeichnet er die oberste Ordnungsstufe, also die erste Unterteilung der Ökosphäre. Letztere umfaßt die gesamte Biosphäre (Lebensbereich der Erde) und die mit ihr verbundenen Teilbereiche von Litho-, Pedo-, Hydro- und Atmophäre. Zwischen Ökotopen und Ökozonen lassen sich bei Bedarf weitere Unterteilungsstufen einfügen, die beispielsweise als Ökoregionen, Ökoprovinzen und Ökodistrikte bezeichnet werden können.
Die ökozonale Gliederung folgt vorrangig naturräumlichen Kriterien. Kulturräumliche Aspekte sind nur insoweit relevant, als Bezüge zur natürlichen Ausstattung bestehen. Solche Bezüge sind beispielsweise bei der Landnutzung durchweg vorhanden, sonst aber eher die Ausnahme oder von minderer Bedeutung.
Nach Schultz (2000, 2002, 2005) kann der Festlandsbereich der Erde in die folgenden neun Ökozonen gegliedert werden:
- Polare/subpolare Zone
- Boreale Zone
- Feuchte Mittelbreiten
- Trockene Mittelbreiten
- Winterfeuchte Subtropen
- Immerfeuchte Subtropen
- Tropisch/subtropische Trockengebiete
- Sommerfeuchte Tropen
- Immerfeuchte Tropen
Literatur
- Schultz, J.: Die Ökozonen der Erde. Ulmer Stuttgart, 3. Aufl. 2002 (1. Aufl. 1988).ISBN 3-8252-1514-8
- Schultz, J.: Handbuch der Ökozonen. Ulmer Stuttgart 2000.ISBN 3-8252-8200-7
- Schultz, J.: The Econes of the World. Springer, Heidelberg, 2n ed. 2005.Bild:Ökozonen.png



