Ökosystemischer Ansatz nach Bronfenbrenner
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Mit dem ökosystemischen Ansatz erstellt der Psychologe Urie Bronfenbrenner eine Systematik der Einflussfaktoren der menschlichen Entwicklung.
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Beschreibung
Ökosystem bedeutet dabei die gesamte materielle und soziale Umwelt eines Menschen. Diese strukturiert Bronfenbrenner in folgende Systemebenen:
- Mikrosysteme (in der Grafik rot) umfassen die Beziehungen eines Menschen zu anderen Menschen oder zu Gruppen, also beispielsweise die Beziehung zur Familie, der Schule, dem Arbeitsplatz etc.. Auf dieser Ebene der persönlichen Beziehungen gestalten Kleinkinder in Interaktion mit den Bezugspersonen ihre eigenen Entwicklungsbedingungen mit.
- Ein Mesosystem (blau) ist die Gesamtheit der Beziehungen eines Menschen, also die Summe der Mikrosysteme und die Beziehung zwischen ihnen. Ein Beispiel für eine mesosystemische Interaktion ist das Zusammenspiel zwischen Kindertagesstätte und Elternhaus.
- Ein Exosystem (grau) ist ein Beziehungsgeflecht, dem die Person nicht direkt angehört, das sie aber direkt beeinflusst, da ihm Bezugspersonen der Person angehören. Ein solches Exosystem ist zum Beispiel die Arbeitsstelle der Mutter eines Kindes.
- Chronosysteme (gelb) umfassen sowohl die zeitliche Dimension der Entwicklung, z. B. die markanten Zeitpunkte in der Entwicklung, als auch die biographische Abfolge. Bronfenbrenner unterscheidet zwischen ‘normativen’ Chronosystemen wie dem Schuleintritt oder der Aufnahme der Berufstätigkeit und ‘non-normativen’, wie einer schweren Krankheit von Angehörigen oder einem Lotteriegewinn.
- Das Makrosystem (grün) ist die Gesamtheit aller Beziehungen in einer Gesellschaft, damit auch der Normen, Werte, Gesetze, Ideologien etc.
Bild:ÖkosystemBronfenbrenner.jpg
Hintergrund
Für Urie Bronfenbrenner stehen das Zusammenspiel zwischen Systemen und der Übergang von Menschen aus einem System in ein anderes im Vordergrund seiner Überlegungen. Mit diesem Ansatz untersucht er unterschiedliche Rahmenbedingungen, in denen menschliche (in erster Linie kindliche) Entwicklung stattfindet. Dabei arbeitet er unter anderem heraus, dass es wichtig für die Entwicklung ist, dass die verschiedenen Systeme eines Menschen miteinander vereinbar sind; dass Erfahrungen und Verhaltensweisen, die ein Mensch in einem System erlernt hat, auch in anderen Systemen anwendbar sind und Menschen auf die Gestaltung der verschiedenen Systemen, an denen sie teilhaben, auch Einfluss haben müssten.
Kritik
Kritiker wenden gegen diesen Ansatz ein, dass er nur formal argumentiere und die gesellschaftlichen Machtmechanismen weitgehend außer Acht lasse.
Literatur
- Urie Bronfenbrenner: Die Ökologie der menschlichen Entwicklung. Natürliche und geplante Experimente, Klett-Cotta, 1981, ISBN 3-12-930620-X.
- Urie Bronfenbrenner: Recent Advances in Research on the Ecology of Human Development, in: R.-K. Silbereisen, K. Eyferth, G. Rudinger: Development as Action in Context - Problem Behaviour and Normal Youth Development, Berlin: Springer, 1986, S. 287 - 310.
- Urie Bronfenbrenner, Ann Crouter: The evolution of environmental models in developmental research, in: P.-H. Mussen: Handbook of Child Psychology, Volume I: History, Theory, and Methods, 4. Auflage, New York: John Wiley & Sons, 1983, S. 357 - 414.



