Altes Ägypten

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P O R T A L   A N T I K E
Bild:Tut-Maske klein.jpg
ALTES ÄGYPTEN
Z E I T L E I S T E
bis ca. 3150 v. Chr.
Vordynastische Zeit
ca. 3032–2707 v. Chr.
1. bis 2. Dynastie
Frühdynastische Zeit
ca. 2707–2216 v. Chr.
3. bis 6. Dynastie
Altes Reich
ca. 2216–2025 v. Chr.
7. bis 11. Dynastie
Erste Zwischenzeit
ca. 2010–1793 v. Chr.
11. bis 12. Dynastie
Mittleres Reich
ca. 1648–1550 v. Chr.
13. bis 17. Dynastie
Zweite Zwischenzeit
ca. 1532–1070 v. Chr.
18. bis 20. Dynastie
Neues Reich
ca. 1075–652 v. Chr.
21. bis 25. Dynastie
Dritte Zwischenzeit
ca. 652–332 v. Chr.
26. bis 31. Dynastie
Spätzeit
332 v. Chr. bis 395 n. Chr.
Griechisch-römische Zeit
Alle Daten nach
Jürgen von Beckerath
Zusammenfassung
Geschichte des Alten Ägyptens
Weiterführendes
Ägyptische Chronologie
Ägyptischer Kalender
Liste der Pharaonen

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Als Altes Ägypten bezeichnet man umgangssprachlich die Zeit, während der in Ägypten die Pharaonen geherrscht haben.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die ägyptische Geschichte, soweit sie durch materielle Zeugnisse für die Geschichtsschreibung fassbar ist, umfasst die Perioden von der Frühzeit bis zur Eroberung durch das Römische Reich. Sie wird in zahlreiche Epochen unterteilt (s. Navigationsleiste rechts)

Die Entstehung der ägyptischen Kultur liegt in fernen Urzeiten, die als Hochkultur bekannte Kultur begann in der Frühdynastischen Periode, als in Oberägypten ein erstes Reich entstand. Militärische Expansionen Richtung Nildelta vergrößerten dieses Reich. Dort wurde das heutige Unterägypten erobert – damit vollzog sich der erste Schritt der Reichseinigung.

Siehe auch: Geschichte des Alten Ägyptens

Zur Datierung der einzelnen Epochen siehe auch:

Politik und Verwaltung

Hauptartikel: Verwaltung im alten Ägypten

Während der Rest der Erde noch keine Rolle spielte, ließen Cheops (Chufu) und Chephren (Chaf-Ra) schon Bauwerke errichten, deren Großartigkeit auch die moderne Kunst nicht zu übertreffen vermocht hat. Einen besonderen Rang nimmt die Hochkultur des Alten Ägypten zur Zeit der Pharaonen ein. Schon im dritten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung entwickelte sich das Land zu einem hochorganisierten Staat. Das Land erlebte eine beeindruckende kulturelle Blütezeit. Kunst und Technik, Mathematik und Astronomie erreichten einen erstaunlichen Höhepunkt. Im Gegensatz zu anderen Ländern hat Ägypten nicht eine kurze Glanzzeit gehabt, um dann im Dunkel des Vergessens zu verschwinden. Es hatte das seltene Glück, sein Prestige sieben Jahrtausende lang behaupten zu können.

Kultur

Bild:Ägypten-Karte.jpg

Gesellschaft

Übersicht

Die meisten Ägypter waren Bauern und führten ein ziemlich einfaches Leben. Sie besaßen kleine Felder, die sich entlang des Nil befanden. Am Nil bauten die alten Ägypter 8-9 Monate im Jahr Weizen, Früchte und Gemüse an. Da sie sich selbst versorgen mussten, züchteten sie Ziegen, Schafe und Rinder und legten Vorräte für die Zeit der jährlichen Überschwemmungen an.

Die Rolle der Frau ist zwiespältig und wurde oft im Vergleich mit dem klassischen Altertum (Griechenland) als herausragend angesehen. In der Tat scheint die Frau rechtlich dem Manne gleichgestellt gewesen zu sein, doch war es für Frauen kaum möglich, irgendwelche Verwaltungspositionen einzunehmen. Ihr Bereich war das Haus, während der Mann in diversen Berufen tätig sein konnte. Ägyptische Texte betonen immer wieder die Fürsorge gegenüber Witwen. Dies ist ein deutlicher Hinweis, dass verwitwete Frauen nur wenig Möglichkeiten zum eigenen Broterwerb hatten.

Die Eheleute lebten in der Regel monogam. Die Polygamie ist bisher nur mit Sicherheit im Königshaus und bei einigen wenigen hohen Beamten bezeugt. Es ist von einer hohen Kindersterblichkeit auszugehen. Aus diesem Grund war Kinderreichtum willkommen. Die allgemeine Lebenserwartung war nicht sehr hoch.

Die Ägypter waren stets der Meinung, die guten Götter auf ihrer Seite zu haben. Man war auf der Hut vor Betrügern und Spukgeistern. Spukgeister waren unglückliche Seelen, deren Gräber verwüstet oder zerstört worden waren. Es heißt, ein Pharao ließ einmal eine Grabstätte reparieren, nachdem ihm im Traum ein Spukgeist von seinem Leid erzählte, damit der Geist ins Totenreich zurückkehren konnte.

Siehe auch: Die Stellung der Frau im Alten Ägypten

Prä- und Frühdynastische Periode

Um 6000 v. Chr. begannen die Menschen im bis dahin schwach besiedelten Ägypten, Viehzucht zu betreiben. Dadurch und durch den ca. 5000 v. Chr. anfangenden Ackerbau im Niltal wurde es möglich, mehr Menschen zu ernähren. Die Population wuchs. Doch durch den Ackerbau ergaben sich neue Probleme: Da der Nil einmal im Jahr das Land überflutete und sonst Trockenheit herrschte, musste dafür ein Ausgleich in Form von Kanalsystemen geschaffen werden, das das Wasser ableitete bzw. speicherte. Da die einzelnen Bauern dazu nicht im Stande waren, schlossen sie sich zusammen und bildeten sog. Gaue, die von Gaufürsten verwaltet wurden. Daher bedeutet das altägyptische Wort für Gaufürst "Der, der die Kanäle baut". Es wurden Getreidesilos gebaut, um die Menschen das ganze Jahr über versorgen zu können. Diese wurden ebenfalls von den Fürsten verwaltet. Jedoch fingen die einzelnen Gaufürsten an, sich zu bekriegen. Um 3000 v. Chr. setzte sich Menes durch und vereinigte Ober- und Unterägypten, die sich vorher gebildet hatten. Menes war der erste Herrscher Ägyptens mit dem Titel Pharao, was "großes Haus" bedeutet. Dadurch, dass der Pharao einen Großteil der Ernte bekam, sammelte er Reichtum an und es entstand Kultur, indem er Architektur, Bildhauerei usw. förderte. Auslöser für viele kulturelle Entwicklungen war der Totenkult, der bei den Ägyptern so stark ausgebildet war, dass sich die Menschen ihr ganzes Leben mit der Ausgestaltung ihres Grabes (bei den Pharaonen die Pyramiden) beschäftigten.

Altes und Mittleres Reich

Im Alten und Mittleren Reich war Ägypten eine absolute Monarchie, Der Pharao erließ alle Gesetze und wurde als höheres Geistwesen und später als Mittler zwischen dem Mensch und dem Göttlichen angesehen. Er wurde z.B. auch für die (Un)Fruchtbarkeit des Landes verantwortlich gemacht. Aus den früheren Gaufürsten wurden die Schreiber und Verwalter, d.h. die damaligen Beamten. Sie verwalteten zwar immer noch die Gaue, waren aber dem Pharao unterstellt. In der damals streng hierarchischen Kultur standen unter ihnen die einfachen Handwerker und Bauern. Durch diese klare Trennung der Stände wurde es nötig, den Menschen auf Reliefs und Bildern auszugestalten und ihn nicht nur durch die Hieroglyphe für "Mensch" anzudeuten.

Die Bauern mussten nur ihr Getreide der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, andere Erzeugnisse wie Fleisch oder Gemüse durften sie selbst behalten. Zur Zeit der Überschwemmung und der größten Trockenheit, wenn kein Ackerbau möglich war, mussten die Bauern beim Militär oder dem Pyramidenbau arbeiten.

Beim Bau der Pyramiden waren viele tausend Menschen beteiligt: Ein Baumeister, der den Bau überwachte, einige Ingenieure, tausende Vorarbeiter, viele Schreiber (Beamte), die z.B. die Materialbeschaffung regelten. Alle Beschäftigten mussten außerdem vor Ort mit Essen und Getränken versorgt werden. Da der Bau sehr lange dauerte, starb der Baumeister manchmal, bevor die Pyramide fertiggestellt war, und musste ersetzt werden. Wenn der Pharao vor der Fertigstellung starb, wurde der Bau trotzdem weitergeführt.

Religionsausübung

Im Reich der Ägypter hatte jeder Gott seinen eigenen Tempel. In diesem Tempel standen die Statuen der jeweiligen Götter. Weil der Pharao in früher Zeit als hohes Geistwesen angesehen wurde und später als Mittler zwischen den Menschen und der geistigen Welt, gab es selbst für ihn eine Statue, die bestimmten Riten zum Wohle des Landes unterzogen wurde.

Jeden Morgen kurz vor Sonnenaufgang durchquerte ein Priester mit einer Kerze den Tempel. Er ging zu dem Schrein, in dem die Statue lag, und klopfte. Der Gott erwachte und nahm irdische Gestalt an. Dann wusch der Priester die Statue und rieb ihr mit dem rechten kleinen Finger die Stirn mit Zedern- und Myrrheöl ein. Die Statue wurde angezogen und ihr wurden Speisen und Getränke gegeben. Es wurde ihr auch Blumen dargeboten, denn man glaubte, im Duft dieser sei der Gott selbst. Die Opfergaben wurden den Göttern dargebracht, damit die Welt im Einklang blieb.

Zu den Opfergaben gehörten außer Speisen, Getränken und Blumen auch Wein, Parfüm und Weihrauch. Der Weihrauch sollte die bösen Geister vertreiben und wurde eigens von den Priestern in geheimen Räumen hergestellt, in denen eine Liste der Zutaten an den Wänden angebracht war.

Bei Prozessionen wurde die Statue aus dem Tempel geholt und durch die Straßen getragen. Aber auch dann konnte das Volk sie nicht sehen, denn sie war verhüllt.

Der Tempel war das Zentrum der Stadt. Oftmals waren die Priester für die Stadtverwaltung mit verantwortlich, schulten die Kinder, leisteten ärztliche Hilfe und führten eine Bibliothek. Der Pharao war der oberste Vertreter des Tempels. Das Volk konnte seine Opfer nur vor dem Tempel darbringen, weil es ihm nicht erlaubt war, ihn zu betreten.

Im Tempel wurden junge Priester ausgebildet. Später wohnten sie zusammen nahe dem Tempel an einem See, der künstlich angelegt war. Zweimal am Tag und zweimal in der Nacht mussten sie darin baden, um rein zu bleiben. Aus diesem Grund mussten sie auch jeden zweiten Tag ihren Körper rasieren.

Auf dem Dach des Tempels befand sich häufig ein Observatorium, von dem aus die Sterne beobachtet wurden. Die Sterne unmittelbar um den Polarstern wurden die Unvergänglichen genannt, weil sie das ganze Jahr über zu sehen waren. Die Planeten stellten Bezüge her zu den Göttern, die - so die bildhafte Vorstellung - mit Booten über den Himmel fuhren.


Siehe auch: Ägyptische Mythologie

Wissenschaft

Es waren nur Brüche mit ganzzahligem Nenner und Zähler bekannt, wobei der Zähler kleiner als der Nenner ist. Da es außer für 2/3 nur Hieroglyphen für Stammbrüche gab, mussten alle Brüche als Summen von Stammbrüchen dargestellt werden.


Recht

Rückschlüsse auf geltenes Recht geben die 42 Antworten auf die Fragen der Totenrichter. Sie sind ähnlich den 10 Geboten aus der Bibel.

Kunst

Die ägyptische Kunst besteht im Wesentlichen aus den drei Bereichen Baukunst, Malerei und Plastik. Die meisten Kunstwerke wurden für die Toten geschaffen. Die Ägypter konnten gut mit Stein, Metall, Holz und Glas umgehen.

Im 19. Jahrhundert wurde die Ägyptische Kunst von Wissenschaftlern unter Napoleon „wiederentdeckt“ und geriet in die Aufmerksamkeit von Forschern, Sammlern und Museen. Es kam (auch bis in unser Jahrhundert) zu mehr oder minder systematischen Grabungen, die oft auch erfolgreich waren (Schätze, Skulpturen, Erkenntnisse).

Es ist nur wenig überliefert, was die soziale Stellung sowie das persönliche und berufliche Selbstverständnis der Künstler im alten Ägypten betrifft. Die Kunst war weitgehend anonym: Wir kennen kaum mehr als ein Dutzend Namen von Künstlern. Eigentlich gibt es den Begriff des Künstlers im alten Ägypten noch gar nicht. Schon im Alten Reich gab es für den Künstler und den Handwerker nur einen gemeinsamen Begriff. Das entsprechende Wortzeichen ist die einem Steinbohrer nachempfundene Hieroglyphe.

Der Künstler wurde also als ein Kunst-Handwerker angesehen. Er arbeitete nach Vorlagen, unterstand dem Tempel bzw. der staatlichen Verwaltung, arbeitete auf Bestellung für einen bestimmten Zweck und signierte in der Regel seine Arbeit nicht. Neben anderen Handwerkern arbeitete er in der Werkstatt, mal ein Tischbein, mal eine Holzfigur schnitzend. An Statuen und Reliefs haben mehrere Künstler verschiedene Arbeitsgänge nacheinander ausgeführt.

In den allgemeinen Werkstätten der Künstler des Alten Reiches gingen Bildhauer, Maler, Kunstschreiner und Balsamierer (!) gemeinsam ihrer Arbeit nach und bildeten dort ihre Schüler aus. Lebenshaus nannte man diese Stätten. Dort fand übrigens auch die Ausbildung von Ärzten statt. In späterer Zeit gab es freilich Ateliers, die von einzelnen Künstlern geführt wurden. Dort scharten die Oberbildhauer ihre Schüler um sich und unterwiesen sie. Überhaupt gab es eine streng hierarchisch aufgebaute Standesorganisation. Da gab es Bildhauergehilfen, gemeine Bildhauer, Aufseher der Bildhauer und eben die Oberbildhauer.

Trotz seiner Einordnung ins Handwerk und obwohl der Künstler in seiner Kreativität eingeschränkt war durch das Regelwerk des Kanons und durch funktional gebundene Vorgaben, welche die Kunst weitgehend zur Dienerin religiös-kultischer Zwecke machte - trotz alledem ist auch der Künstler im alten Ägypten tatsächlich ein Künstler gewesen. Denn erstens ist bei der Durchführung eines größeren Auftrags - etwa bei der Dekorierung eines Grabes oder eines Tempels - eine künstlerische Gesamtleitung Voraussetzung. Zum zweiten sind bei aller kanonischen Gleichförmigkeit die Gräber und Tempel unterschiedlich gestaltet. Immer wieder treten Innovationen und individuelle Gestaltung von Motiven, Kompositionen und Stilelementen einzelner Kunstwerke auf. Besonders im Bereich der Rundplastiken sind künstlerische Einzelleistungen, individuelle künstlerische Handschriften nachweisbar. Und drittens lässt sich aus der unterschiedlichen Qualität vieler Kunstwerke schließen, dass es sowohl den künstlerisch Begabten wie den einfachen Kopierer gab. Dass die Künstler weitgehend anonym geblieben sind, widerspricht nicht der Tatsache, dass es eine Fülle genialer Künstler gegeben hat.

Die Übersetzung des ägyptischen Wortes für Bildhauer, s-ankh, bedeutet: der lebendig macht, und es wird von ihm gesagt: Ohne seine Kunst ist kein Weiterleben (nach dem Tode, d.Verf.). Das Erschaffen einer Statue wurde mit dem Begriff für Gebären bezeichnet. Dies gibt dem Künstler eine über das Handwerkliche hinausgehende Bedeutung und weist klar auf einen geistig-religiösen Auftrag der Kunst hin. Und in der Tat ist bis zum Neuen Reich Kunst überwiegend religiöse Kunst gewesen. Selbst wenn sie weltliche Inhalte zur Darstellung brachte, diente sie einem spirituellen Zweck.

Der Künstler diente einer göttlichen Aufgabe, er war Ausführender eines überpersönlichen Kunstschaffens. Erst die direkte oder imaginative Durchlässigkeit für die geistige Welt, für das Göttliche, gab der Kunst die Möglichkeit, eine Welt lebendiger Ordnungen widerzuspiegeln. Der Schutzgott der Künstler ist nicht von ungefähr der Ur- und Schöpfergott Ptah, der Gott aller formbildenden Kräfte, die im menschlichen wie im göttlichen Schaffen zur Offenbarung kommen.

So gesehen ist die Anonymität der meisten Künstler nicht verwunderlich, da sie in ihrem Bewusstsein noch nicht als ich-starke Individuen existierten. Nur vereinzelt und erst ab dem Mittleren Reich treffen wir auf individuelle Selbstdarstellungen oder Signaturen von Kunstwerken. Die Person des Künstlers tritt noch weitgehend hinter die Gruppenzugehörigkeit und hinter den göttlichen Auftrag zurück.

Der Kunststil war die Sichtbarmachung des Unsichtbaren, eines geistigen Inhalts. Das Werkverfahren und die formalen Mittel der Kunst waren die Hilfsmittel, mit denen nachgeordnete Künstler und Gehilfen die geistigen Inhalte umsetzen konnten, ohne ihren tieferen Inhalt ganz verstehen zu müssen.


Baukunst

In der Frühzeit gab es zuerst Bauwerke aus Ziegeln, später (in der 3. Dynastie) aus Stein. Diese Bauten wurden zu kultisch-religiösen Zwecken errichtet, z.B. die 60 m hohe Stufenpyramide des Königs Djoser.

Die Pyramiden stammen aus der Zeit der 4. Dynastie. Ein berühmtes Beispiel ist die Cheopspyramide (fast 147 m hoch). Sie symbolisierte die Verbindung zwischen dem Ewigen (Spitze) und dem Irdischen (Basis). Die berühmtesten Pyramidenbauer waren Cheops, Mykerinos und Chephren.

In der 5. Dynastie entstanden auch Totentempel (auch Pyramiden- oder Verehrungstempel genannt): sie gehörten immer zu einem Königsgrab. Im Mittleren Reich baute man den Totentempel auch als alleinige Tempelanlage. Im Neuen Reich wurden diese meistens in der Ebene vor dem Felsengebirge im Tal der Könige errichtet. Dazu zählen der Totentempel Ramses des Großen und Amenophis III., oder der Hatschepsut - Tempel. In einem Totentempel wurden den in der Anlage begrabenen Pharaonen Opfergaben dargebracht.

Bedeutend waren die Prozessions- oder Kulttempel mit von Säulenhallen umgebenem Hof und „Allerheiligstem“. Der Pharao nahm an der Gründungszeremonie teil. Neben der Anlage ist manchmal ein „Heiliger See“ und ein „Haus des Lebens“, in dem Künstler und Ärzte ausgebildet wurden.

Ferner sind Taltempel zu erwähnen, die sich an den Ufern des Nils befanden und durch den Aufweg mit dem Totentempel verbunden waren. Hinter dem Totentempel folgte die Pyramide.

Andere Bauwerke:

  • [Mastab]: ein Bau, der bis ins Mittlere Reich eine Art „Privatgrab“ war, mit Werkstein verkleidet, prismenförmig, mit Kultraum, an der Westseite eine Scheintür.
  • Grabanlagen, die aus dem Taltempel, dem Aufweg, dem Totentempel und der Pyramide bestanden. Im Umkreis der Anlage waren die Gräber der hohen Beamten. Die Anordnung der Gräber zum Pyramidenzentrum hin hing von der Bedeutung der Person ab.

Landwirtschaft


Da das Niltal so günstige klimatische Bedingungen bot, konnten sich schon früh in der Jungsteinzeit aus nomadisierenden Volksgruppen seßhafte Bauern und Viehzüchter entwickeln, die Getreide kultivierten, Flachs anbauten und Rind, Esel, Schaf und Ziege domestizierten. Ägypten gelangte so schnell zu Wohlstand und durch eine wohlorganisierte Vorratswirtschaft konnte auch schlechten Erntejahren vorgesorgt werden. Und so galt Ägypten selbst noch in nachchristlicher Zeit als die Kornkammer des Römischen Reiches. Die Hauptphasen des landwirtschaftlichen Lebens bestimmten den "bürgerlichen Kalender" und unterteilten das Jahr in drei Jahreszeiten: achet (Überschwemmung), peret (Aussaat) und schemu (Ernte). Sobald die Überschwemmungszeit vorüber und das Wasser abgeflossen war, erfolgte Mitte Oktober bis Anfang November die Aussaat. Vorrangig wurde der zweizeilige Emmer angebaut, aber auch die sechszeilige Gerste, aus der vor allem Bier gewonnen wurde. Weizen spielte nur eine untergeordnete Rolle. In den Monaten April/Mai holte man die Ernte ein und lagerte die Erträge in Speichern. Schreiber führten Buch über den wirtschaftlichen Ertrag und hielten die Angaben für Gerste in schwarzer, die für Emmer in roter Tinte fest. Darüberhinaus wurde in den Akten verzeichnet, wieviel Getreide an die Arbeiter und ihre Familien ausgegeben oder wieviel in die staatlichen Bäckereien geliefert wurden. Der Gartenbau war eine der wichtigsten Produktionsbereiche. Die Gärten waren von Mauern umschlossen und von Kanälen schachbrettartig durchzogen. Um die Teiche herum standen Sträucher, Dattel- und Dumpalmen, Christusdorn, Johannisbrotbaum, Tamariske, Weide, Perseabaum und vor allem Fruchtbäume mit Feigen, Granatäpfeln oder Mandragora. Diese Anbauflächen unterlagen einer Sondersteuer. Gepflanzt wurden Zwiebeln, Lauch, Knoblauch, Lattich, Bohnen, Linsen, Kürbisse, Melonen und auch Heilpflanzen und Kräuter, Gewürze wie Kümmel, Koriander und Wacholderbeeren, sowie ölhaltige Gewächse wie Rizinus, Sesam und Saflor. Im Delta und in den Oasen gedieh blauer Wein besonders gut und wurde in eigens dafür angelegten Weingärten gezogen. Die Weinstöcke waren in Pflanzlöcher eingesetzt, die mit fruchtbarem Schlamm aufgefüllt und von einem Gießrand umgeben waren. Durch regelmässiges Gießen und Düngen mit Taubenmist wurde der Ertrag gesteigert und die Qualität des Weines wohl noch erhöht. Sowohl Rot- als auch Weißwein (irep) wurden regelmäßig getrunken und zahlreiche Grabmalereien zeigen das Ernten oder Pressen von Trauben. Der Saft wurde in Bottichen zur Gärung aufgefangen und - teilvergoren - in Amphoren abgefüllt, wo er weiter reifte. Manchmal sogar mehrere Jahre. Dann konnte er erneut gefiltert und mit Honig oder Gewürzen versetzt werden, ehe er schließlich in Amphoren abtransportiert wurde. Diese Gefäße haben häufig auf der oberen Gefäßwölbung eine Inschrift oder einen Stempelabdruck auf dem Tonsiegel. Oft nennt die Inschrift das Regierungsjahr des Königs, die Weinsorte, den "Weinberg", den Besitzer und den für die Herstellung Verantwortlichen. Damit erfüllte sie praktisch den gleichen Zweck wie moderne Weinetiketten und dank der Inschriften ist uns die Lage verschiedener Weinberge bekannt. Das Delta, der westliche Teil der Küste, die Oasen Charga und Dachla und das Gebiet von Kynopolis scheinen besonders gute Anbaugebiete gewesen zu sein. Die Holzwirtschaft, die das Material für Produkte wie Särge, Möbel und allerlei Geräte bereitstellte war ein wichtiger Industriezweig. Bauholz benötigte man zur Überdachung und Abstützung großer Räume, zum Schiffsbau und zudem für Gerüste beim Tempelbau. Brennholz wurde vor allem zum Brennen großer Mengen von Keramik sowie in der Metallverarbeitung gebraucht. Daher muß ein wesentlich größerer Baumbestand existiert haben als heute. Noch im Neolithikum standen auf den Uferdämmen umfangreiche Galeriewälder, die im Laufe der Zeit mehr und mehr abgeholzt wurden. Die wichtigsten Baumarten dabei waren Sykomore, Nilakazie, Tamariske, Dattelpalme und Maulbeerpalme. Nur der Wesir durfte die Genehmigung zum Fällen großer Bäume erteilen. Importiert wurden Hölzer der Zedernbäume und das Ebenholz aus dem Libanon oder aus Nubien.

Durch den sumpfigen Boden war es möglich in großem Umfang Flachs anzubauen, aus dem Leinengewänder hergestellt wurden. Baumwolle wurde erst seit der Spätzeit in Ägypten angepflanzt. Das Gedeihen der Landwirtschaft wurde in religiösen Festen, Prozessionen und Ritualen beschworen. Min, Renenutet oder Neper verköperpten die Fruchbarkeit des Landes. Doch der Inbegriff der neue enstehenden Natur war Osiris.

Viehzucht

Bereits in prädynastischer Zeit sind Tierhaltung und -zucht für unterägyptische Siedlungen wie Merimda Beni Salama belegt. Doch noch im Alten Reich ging die Domestikation von ungewöhnlicheren Rassen mit Experimenten einher. Darauf verweisen Szenen wie jene in den Gräbern des Sopduhotep (5. Dynastie) und des Mereruka (6. Dynastie) in Saqqara, die das Mästen von Kranichen bzw. Hyänen darstellen. Während der Pharaonenzeit waren meist Rinder, Schafe, Schweine, Ziegen, Esel und Geflügel die gängigsten Haustiere. Beim Geflügel spielten Enten, Gänse und Tauben die größte Rolle, denn Hühner, die vom afrik. Dschungelhuhn abstammten, wurden möglicherweise erst im Neuen Reich eingeführt. Rinder waren als Lieferanten von Fleisch und Milch von Bedeutung, wurden aber auch als Zugtiere gehalten. Von der prädynastischen Zeit bis ins Alte Reich gehörten die Rinder überwiegend der Langhornrasse an und erst im Alten Reich wurden schlankere, kurzhornige Arten allmählich eingeführt und schließlich zur Regel. In der 18. Dynastie wurden Buckelrinder (Zebu) als Zugtiere eingeführt, doch fanden sie offenbar keine weite Ausbreitung. Um die Rinder kümmerten sich Hirten, die bei der Herde blieben und sie nach Bedarf auf neue Weiden weitertrieben. Im Winter weideten die Herden im Niltal, in den Sommermonaten trieb man sie aber auch ins Delta. Zur leichteren Identifikation versah man die Tiere mit Brandzeichen. Als Tempel- und Totenopfer war Rindfleich besonders geschätzt und oft auf Tempel- und Grabreliefs abgebildet. Reiche Landbesitzer rühmen sich in ihren Grabinschriften riesiger Rinder- und anderer Tierherden, denn Rinder waren Symbole für Wohlstand und auch Quelle für Steuereinnahmen. Das Pferd, das während der Hyksos-Besetzung in der 2. Zwischenzeit in Ägypten eingeführt wurde, trat erst im Neuen Reich häufiger auf und kam dann überwiegend im militärischen Bereich zum Einsatz. Esel wurden in großem Maßstab als Lasttiere und - wie auch Rinder - beim Dreschen eingesetzt. Aus bildlichen Darstellungen des Neuen Reiches lassen sich möglicherweise Hinweise auf domestizierte Kamele entnehmen, aber ihr Einsatz ist erst 9. Jh. v. Chr. belegt.

Schafe und Ziegen hielt man des Fleisches, der Wolle, des Felles und wahrscheinlich auch der Milch wegen. Allerdings war Wolle für die Herstellung von Textilien nie so wichtig wie Leinen. Die Ägypter bezeichneten Schafe und Ziegen als "kleine Rinder", was darauf schließen lässt, daß sie alle drei Tiere als annähernd der gleichen Gattung zugehörig betracheten. Ziegen waren jedoch häufiger als Schafe und zudem besser geeignet für die Haltung auf dem kargen Land.

Schweine galten als Tiere des Seth, des Gottes des Chaos, und spielten deshalb eine etwas zwiespältige Rolle. Dem griechischen Historiker Herodot zufolge bildeten diejenigen, die Schweine hielten, eine Art Unterklasse, die nur Töchter anderer Schweinehirten heiraten konnten. Man weiß jedoch nicht, ob dies in früherer Zeit auch schon so war. Eine Szene aus dem Grab des Kagemni (6. Dynastie) in Saqqara, in der ein Schweinehirt einem Ferkel Milch einflößt, lässt vermuten, daß Schweinehirten nicht unbedingt geringer geachtet wurden als andere Bauern. Ausgrabungen in den 80er Jahren des 20. Jh. im Arbeiterdorf von El-Amarna förderten überraschend umfangreiche Belege für Schweinezucht zutage. Auf ähnliche Zeugnisse stieß man auch bei Ausgrabungen in Memphis, Elephantine und Tell El-Dab´a. Dies deutet darauf hin, daß Schweinefleisch zumindest für einige Bevölkerungsschichten ein wichtiger Bestandteil der Ernährung war. Schweine werden in Aufstellungen von Tempelbesitz aufgeführt, Schweinefleisch aber nie für Opfergaben im Tempel verwendet. Amenhotep, Sohn des Hapi, Obervermögensverwalter Amenhoteps III. berichtet, er habe eine Statue seines Herrn in Memphis 1000 Schweine gestiftet.

Ackerbau

Von frühester Zeit an ist die grundlegende Bedeutung des Ackerbaus in Ägypten bezeugt. Von größter Wichtigkeit war auch die Entwicklung der Landvermessung zur Festlegung von Grundstücksgrenzen, die jedes Jahr nach der Nilüberschwemmung erneut nötig wurde, wenn das Land schlammbedeckt zurückblieb, und auch die Vermessung von Landbesitz für die Erhebung von Steuern. Szenen, die staatliche Feldmesser beim Vermessen von Ackerland zeigen, sind aus vielen Grabkapellen bekannt, so u.a. aus jeder des Menna, eines theb. Beamten der 18. Dynastie.

Die Entwicklung des Kalenders war eng mit der sorgfältigen Beobachtung des "landwirtschaftlichen Jahres" verbunden und die Jahreszeiten erhielten ihre Namen im Einklang mit den Phasen des jährlichen Nilzyklus. Die Überschwemmung begann Mitte Juli, zu Beginn des neuen Jahres und erreichte ihren Höhepunkt meist Mitte August, wobei der genaue Zeitpunkt von Süden nach Norden variierte. Die Reichweite des Nils wurde durch das Graben von Bewässerungskanälen ausgedehnt, die auch zur Verteilung von Wasser bei niedriger Nilflut eingesetzt werden konnten. Kanäle sind zuerst in der frühdynastischen Zeit belegt, doch wahrscheinlich zeigen die Reliefs auf dem Kopf der Prunkkeule von König Skorpion den Einsatz von Bewässerung bereits in der späten prädynastischen Zeit. Sowie die Flut zurückging, schlossen die Bauern die Kanäle, um das Wasser zurückzuhalten, das dann erst eineinhalb Monate später freigegeben wurde. Im Oktober oder November wurde die Saat von Hand ausgebracht und von Schafen und Ziegen eingetreten (nach Herodot auch von SChweinen). Die wichtigste Feldfrucht war Getreide, darunter Gerste (Hordeum) und drei Weizenarten: Emmer (Triticum dicoccum), Einkorn (Triticum monococcum) und Spelt (Triticum spelta). Sie wurden zur Herstellung von Brot und Bier verwendet, den beiden Hauptnahrungsmitteln der alten Ägypter. Der fruchtbare Boden ermöglichte wenigstens zwei Ernten pro Jahr. Wollte man jedoch eine zweite Ernte während des Sommers erzielen, mußte das Land von Hand bewässert werden. Im Alten und im Mitleren Reich dienten ein einfaches Joch und Gefäße zur Beförderung des Wassers. Die Einführung des Schaduf im Neuen Reich und der Saqqia (ein von Tieren angetriebenes Wasserrad) in der Ptolemäerzeit erleichterten nicht nur die Bewässerung, sondern erlaubten auch eine Ausdehnung der Anbauflächen. Für eine zweite Ernte wurden meist Hülsenfrüchte statt Getreide angebaut und obwohl diese Stickstoff "binden" und damit den Boden ertragreicher machten, dürften die Auswirkungen auf die Umwelt im Vergleich mit der Nilflut relativ unbedeutend gewesen sein. Zahlreiche Grabmalereien zeigten, wie Getreide mit Sicheln geerntet, mit Ochsen gedroschen, geworfelt und eingelagert wird, während Schreiber die Mengen sorgfältig berechnen und aufzeichnen. Gemüse (Zwiebeln, Knoblauch, Erbsen, Linsen, Bohnen, Radieschen, Kohl, Gurken und eine Art Kopfsalat) wurde meist auf kleinen viereckigen Parzellen angebaut, wie sie sowohl in Grabmalereien als auch durch archäologische Funde belegt sind (etwa im Fall der Gemüsegärten außerhalb des "Arbeiterdorfes" in El-Amarna).

Aus Sesam, Rizinus und Flachs (Linum usitatissimum) wurden Öle gewonnen. Flachs lieferte auch die wichtigste Faser zur Herstellung von Leinentextilien. Wein und Bier wurden oft mit Datteln gewürzt und die Fasern der Dattelpalme bei der Herstellung von Tauwerk udn Korbwaren verwendet. Der größte Teil des Ackerlandes gehörte dem König oder den Tempeln und beide führten ausführlich Buch über dessen Produktivität. Beamte verhängten oft strenge Strafen gegen Bauern, die ihr Abgabesoll an Getreide nicht erfüllten. In vielen Gräbern sieht man Szenen, in denen Bauern deswegen Schläge erhalten, wie z.B. im Grab des Mererurka aus dem Alten Reich.


Malerei


Bild:Ägyptischer Maler um 1400 v. Chr. 001.jpg

Schon in der Vorgeschichte Ägyptens wurden Felsbilder und keramische Malereien hergestellt.

Die Merkmale der ägyptischen Malerei sind im Wesentlichen aus Funden in Grabkammern der Pharaonenfamilien und hoher Beamter bekannt.

Die Gestalten wurden über die Fläche ausgebreitet, Schrägansichten vermieden. Kopf und Beine wurden von der Seite gemalt, Oberkörper und Arme meistens von vorne. Schatten oder Lichteffekte wurden nicht eingearbeitet, auch Übergangsmotive wurden vermieden. Hauptfiguren wurden größer dargestellt als Nebenfiguren. Bei Bildern ab der 5. Dynastie gibt es Ausnahmen.

Wandbilder sollten die Seele des Toten an die Erde erinnern und deren Wirklichkeit darstellen, ohne sich auf das Individuelle zu beziehen, und die Toten mit dem „umgeben“, was sie zu Lebzeiten besessen hatten.

Wenn eine Wand mit Reliefs verziert werden sollte, wurde erst ein Netzraster für die Proportionen aufgetragen, dann wurden zuerst die Umriss- und danach die feinen Linien herausgearbeitet. Man unterscheidet zwischen Flachreliefs (Hintergrund wird abgetragen) und versenkten Reliefs (Linien werden hineingemeißelt). Zum Schluss wurden sie mit Pigmentfarben eingefärbt. Für Schwarz verwendete man Ruß oder Kohle, für Grün und Blau Malachit oder Azurit, für Weiß Gips oder Kreide, für Rot, Gelb, Rosa und Braun Eisenhydroxid. Reliefs wurden in Tempeln, Palästen, Gräbern und Grabgebäuden verwendet.

Im zweiten großen Themenbereich der ägyptischen Malerei waren Darstellungen der Götterwelt und des Totengerichtes. Manche neuere Werke sind noch auf Papyrus erhalten.


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Plastik

Die meisten Skulpturen und Rundbildnereien wurden meistens in den Grabanlagen aufgestellt. Sie sollten den Toten vertreten und ihm ewige Fortdauer sichern. Deswegen versuchten die Bildhauer, den Menschen darzustellen, ohne auf Vergänglichkeit hinzuweisen, sie versuchten also mehr den Wesenskern abzubilden als das Aussehen. Deshalb sind die Figuren mit einer idealen Körperhaltung dargestellt, von individuellen Körperformen wird weitgehend abgesehen.

Die Haltung der Statuen ist immer aufrecht, entweder sitzend, kniend oder stehend. Zwischenräume wurden vermieden. Bei hölzernen Statuen wurden die Arme und Beine einzeln hergestellt und angesetzt. Für steinerne Statuen wurde meistens Kalkstein oder Granit benutzt. Ein weiteres Merkmal der ägyptischen Skulpturen ist, dass sie immer bemalt wurden, auch wenn sie sowieso aus wertvollen Materialien waren. Frauen wurden hellgelb bemalt, Männer rotbraun. Manchmal wurden als Augen der Figuren Kristalle oder andere farbige Steine eingesetzt.

Architektur

Wohnbauten

Da sich archäologische Ausgrabungen oftmals auf die viel besser erhaltenen Grabanlagen konzentriert haben, war bis vor einigen Jahren vergleichsweise wenig von den Wohnbauten der Lebenden bekannt. Erst in den letzten beiden Jahrzehnten hat sich etwas an dieser Situation geändert und es gibt zurzeit zahlreiche Siedlungsgrabungen (Elephantine, Buto, Ayn Asil, Tell el-Dab'a, Abydos). Die meisten Häuser der vorgeschichtlichen Zeit scheinen einfache runde Strohhütten gewesen zu sein. Erst am Ende der Naqada Zeit scheint die Ziegelbauweise für Wohnbauten weite Verbreitung gefunden zu haben. Die Wohnbauten des Alten Reiches auf Elephantine sind klein und dicht an dicht gebaut. Teile einer Pyramidenstadt, die sich in Gizeh fanden zeigen aber auch geräumigere Bauten, wobei die dort gefundene Siedlung offensichtlich geplant worden ist. Im Mittleren Reich lassen sich zwei Haustypen unterscheiden. Das sog. Hofhaus ist um einen offenen Hof gruppiert. Es ist typisch für die eher ärmeren und mittleren Schichten, wobei die Räume meist multifunktional waren, d.h. es gab keinen Raum, der als Schlafzimmer, oder Wohnzimmer bezeichnet werden könnte. In den meisten Räumen wurden gelebt, geschlafen und gearbeitet. Das sog. Dreistreifenhaus ist eher typisch für eine gehobene Gesellschaftsschicht, wobei sich dieses Haus in drei Bereiche aufteilt: (1) ein Empfangsbereich, (2) eine Haupthalle, die wohl Beamten auch als Audienzhalle diente, aber auch als eine Art Wohnzimmer fungierte und einen Privatbereich, in dem der Hausherr sogar ein eigenes Schlafzimmer hatte. Die reichsten dieser Häuser sind teilweise sogar mit einfachen Wandmalereien ausgestattet worden, wobei ein Garten und Speicheranlagen auch vorkommen können. Das Dreistreifenhaus ist im Neuen Reich der Haupthaustyp und besonders gut aus Amarna bekannt, wo sich um die größten Häuser herum Gartenanlagen und Speicher fanden. Türrahmen sind of aus Stein und beschriftet. Einige reiche Häuser sind sogar mit figürlichen Wandmalereien versehen. In der Haupthalle befand sich oft ein Schrein.

Die Entwicklung der Häuser in der Spätzeit ist schwerer zu verfolgen, doch scheint es in Städten zu der Entwicklung von Turmartigen mehrgeschossigen Hausanlagen gekommen zu sein, wie sie dann typisch für die römische und byzantinische Zeit sind.

Gärten

Siehe Hauptartikel: Gartenkunst im Alten Ägypten

Historische Stätten

Städte

Bild:AlterOrient2.png

Tempel

Begräbnisstätten

Militärwesen

Hauptartikel: Militärwesen im alten Ägypten

Literatur

Siehe unter: Altes Ägypten/Literaturliste

Siehe auch

Weblinks

In deutscher Sprache

In englischer Sprache



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