Paragraphenzeichen

aus Freepedia, der freien Wissensdatenbank

(Weitergeleitet von § Paragraphenzeichen)
Satzzeichen

Mittestrich (u. a. Bindestrich): -
Gedankenstrich:
Geviertstrich:
Komma: ,
Semikolon: ;
Hochpunkt: ·
Doppelpunkt: :
Punkt: .
Fragezeichen: ¿ ?
Ausrufezeichen: !
Anführungszeichen: „…“, »…«, «…» u. a.
Schrägstrich: /
Apostroph:
Auslassungspunkte:
Klammern: (…), […], {…}, 〈…〉
Leerzeichen

Andere typografische Zeichen

Aufzählungszeichen: u. a.
Währungszeichen: , $, ¥, £, ¤ u. a.
At-Zeichen: @
Kaufmanns-Und: &
senkrechter Strich: |
Gradzeichen: ° (′, ″, ‴)
Sternchen: *
Kreuz: †, ‡
Umgekehrter Schrägstrich: \
Rautenzeichen: #
Paragraphenzeichen: §, ¶
Markenzeichen: ©, ®, ™
Unterstrich: _
Tilde: ~
Nummernzeichen:

Rechenzeichen

Pluszeichen: +
Minuszeichen: -, −
Malzeichen: ×, ∙
Geteiltzeichen: :, ∕, ÷
Gleichheitszeichen: =, ≈, ≠ u. a.
Proportionalitätszeichen: ~, ∝ u. a.
Verhältniszeichen: <, > u. a.
Plusminuszeichen: ±
Wurzelzeichen:
Integralzeichen:

§

Das Paragrafenzeichen bzw. Paragraphenzeichen wird in Gesetzestexten einer Zahl vorangestellt und zeigt somit den Beginn eines neuen Paragraphen an, der durch die Zahl bezeichnet wird, zum Beispiel § 433. Ausgesprochen wird es in dem Zusammenhang als „Paragraph vierhundertdreiunddreißig“. Vierstellige Paragraphen werden in Zehnerstellen ausgesprochen, zum Beispiel § 2371 BGB: „dreiundzwanig einundsiebzig“. Möchte man in einem Text auf mehrere Paragraphen verweisen, so wird das Zeichen doppelt verwendet, zum Beispiel §§ 430–433. Ausgesprochen wird dies als „Paragraphen vierhundertdreißig bis vierhundertdreiunddreißig“.

Die Herkunft des Zeichens ist umstritten. Nach einer Ansicht handelt es sich um ein Doppel-S, das für die Abkürkung signum sectionis (lat. „Zeichen des Abschnitts“) steht. Da Papier früher sehr teuer war, sparten sich die Schreiber das Einfügen einer neuen Zeile und malten das Paragraphenzeichen an den Rand.

Nach einer anderen Ansicht stammt das Zeichen aus dem Griechischen und steht für paragraphos (griech. „daneben Geschriebenes“).

Der deutsche Paläograf Paul Lehmann vertrat die Meinung, dass das Paragraphenzeichen von dem Buchstaben C für capitulum stammt.

Als weitere Erklärung wird auch die Möglichkeit genannt, es könnte sich um eine Verschreibung des Digestenzeichens D handeln, oder eine Verbindung des Absatzzeichens der Römer, das dem griechischen Buchstaben Rho glich, mit dem Buchstaben C, für Caput (lat. „Haupt, Hauptabschnitt“), das am Beginn eines neuen Kapitels verwendet wurde.

Nach dem Handwörterbuch der Griechischen Sprache von 1857 geht das Zeichen auf die ägyptische Hieroglyphe goreh für Pause zurück.

Mit letzter Gewissheit scheint die Herkunft jedoch nicht mehr zu klären zu sein.

Inhaltsverzeichnis

Darstellung in Computersystemen und Ersetzung

Kodierung

Im internationalen Zeichenkodierungssystem Unicode liegt § auf Position:

  • U+00A7 ›Section sign‹ (Paragrafenzeichen).

Im veralteten ASCII-Zeichensatz ist das Zeichen nicht enthalten, weshalb viele ältere Computersysteme es nicht darstellen konnten. Allerdings enthält schon die ASCII-Erweiterung ISO 8859-1 (auch als Latin-1 bekannt) das Paragrafenzeichen.

Im Internet-Dokumentenformat HTML wird das Zeichen folgendermaßen kodiert:

  • &#x00A7; (hexadezimal),
  • &#167; (dezimal) und
  • &sect; (benanntes Zeichen).

Tastatur

Auf der deutschen Tastatur liegt das Paragrafenzeichen auf der oberen Tastenreihe über der Ziffer drei und kann mit Hilfe der Umschalttaste eingegeben werden.

Sowohl auf der englischen als auch auf der amerikanischen Tastatur fehlt das Zeichen.

Ersetzung

Kann das Zeichen nicht dargestellt werden, weil es in der verwendeten Schriftart oder dem Zeichensatz fehlt, so sollte es durch das Wort ›Paragraph‹ ersetzt werden.

Da allerdings praktisch alle modernen Computersysteme und -schriften auf Unicode oder dem älteren ISO-8859-1-Standard basieren, kann das Zeichen problemlos weltweit dargestellt, verarbeitet, übertragen und archiviert werden. Eine Ersetzung aus technischen Gründen ist deshalb kaum nötig. Auch wenn die verwendete Tastatur das Zeichen nicht aufweist, kann es praktisch immer über eine entsprechende Funktion des Betriebssystems oder des jeweiligen Texteditors eingefügt werden.



Views
'Persönliche Werkzeuge
Werkzeuge
Andere Sprachen
Ähnliche Links